Eingeworfene Scheibe: Roswitha Herold und Ömer Benzer vor dem Peiner Reisebüro.
Hakenkreuz auf der Schaufensterscheibe: Die Peiner Juwelierin Annemarie Yildirim ist entsetzt über die Taten.
Peine. Alle Geschäfte gehören türkischen Inhabern. Reisebüro-Inhaber Osman Benzer ist beunruhigt: Bereits am vergangenen Dienstag flog ein Stein durchs Schaufenster. „Da habe ich an einen Dumme-Jungen-Streich geglaubt“, sagte er. Am Sonntagabend gegen 22.20 Uhr schlug ein weiterer Pflasterstein ein. Nachbarn hatten gehört, wie die Scheibe zersplitterte. Wenig später der nächste Steinwurf. An der Ecke Stederdorfer Straße und Rosenhagen ging eine Scheibe eines Imbiss‘ mit Kiosk zu Bruch. Laut Benzer, der sich gestern mit allen Geschäftsleuten zusammengesetzt hat, flüchteten die Täter in den Pulverturmwall. Gestern Morgen entdeckte Annemarie Yildirim, Inhaberin des türkischen Juweliergeschäfts an der Schützenstraße, dass ein Hakenkreuz in ihre Scheibe gekratzt wurde. „Ich wollte sie gerade putzen“, sagte sie. Das macht sie fast jeden Montag, denn häufig wird das Schaufenster am Wochenende bespuckt. Spuckflecken und das in die Scheibe geritzte Wort „Jude“ fand Friseur Murat Yilmaz, der sein Geschäft wenige Meter weiter betreibt.
Die neue Dimension der Zerstörungswut kann Yildirim nicht verstehen: „Wir zahlen doch ganz normal unsere Steuern“, sagte sie. Benzer hofft, dass die Täter gefunden werden und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. „Solche politisch motivierten Taten dürfen wir nicht zulassen.“
pif