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Fliegerbomben-Fund

10.000 Peiner werden am Donnerstag evakuiert

Der Hinterhof von Bosch-Service Meyer am Maschweg ist gestern abgesperrt, die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben ein Loch gegraben, der Metalldetektor schlägt aus. Kurz danach steht fest: Im Erdreich befindet sich eine Fliegerbombe. Die Häuser von 10.000 Peinern werden am Donnerstag evakuiert.
Die Schaufel des Baggers senkt sich ganz langsam auf dem Hof von Bosch-Service Meyer in das ausgehobene Erdloch, in dem sich in 3,50 Meter Tiefe die Fliegerbombe befindet.

Die Schaufel des Baggers senkt sich ganz langsam auf dem Hof von Bosch-Service Meyer in das ausgehobene Erdloch, in dem sich in 3,50 Meter Tiefe die Fliegerbombe befindet.

© cb

Peine. Zuerst ist Sprengmeister Thomas Gesk noch ausgesprochen locker und unaufgeregt, als er über den abgesperrten Hof von Bosch-Service Meyer am Peiner Maschweg geht und mit seinen vier Kollegen vom niedersächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienst und Peines Ordnungsamtsleiter Lutz Hoffmann über das weitere Vorgehen spricht. Doch dann steht es nach kurzer Untersuchung des Erdreiches fest: In 3,50 Meter Tiefe schlummert eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Entdeckt wurde der Blindgänger auf alten alliierten Luftbildern aus den 40er-Jahren.

Die Experten aus Munster haben gestern um 14 Uhr bereits das Pflaster vor den großen Garagen der Firma aufgerissen und mit einem Bagger ein etwa 1,50 Meter tiefes Loch gebuddelt. Jetzt wird mit einem Metalldetektor überprüft, was sich im Erdreich befindet. „Doch wir wissen nicht genau, was sich dort befindet“, sagt der 51-jährige Gesk noch zu diesem Zeitpunkt. Deswegen wird noch tiefer gegraben, und es werden drei Beton-Schachtringe zur Befestigung des Loches eingesetzt. Der Boden ist extrem hart.

Der Sprengmeister betont: „Erst nach dieser Vorbereitung können wir mit einer Stechlanze aus Alu ganz vorsichtig in den Boden bohren. Auf diese Weise erkenne ich dann, ob dort ein gefährlicher Blindgänger oder etwa ein Zinkeimer liegt.“ Gesk könne ja nicht in die Erde schauen, und müsse ganz langsam mit der Stange abtasten, ob es sich um einen geschlossenen Behälter handelt.

Die Untersuchung dauert nur kurz, dann steht um 16.30 Uhr fest: Im Erdreich am Maschweg befindet sich ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg – unklar ist weiterhin, ob es eine amerikanische oder englische Bombe ist und welchen Zündungsmechanismus sie hat. Vor zwei Jahren hat Gesk in Dungelbeck auf einem Acker in 1,20 Metern Tiefe eine 250 Kilo schwere amerikanische Bombe entdeckt und entschärft.
Jetzt steht fest, dass auch der Blindgänger am Peiner Maschweg vom Kampfmittelbeseitigungsdienst am Donnerstag unter Lebensgefahr entschärft werden muss. Daher wird eine Evakuierung 1000 Meter um die Fundstelle nötig, so dass etwa 10.000 Peiner aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen verlassen müssen (siehe unten).

Peines Ordnungsamtsleiter Lutz Hoffmann ist auf diesen Ernstfall vorbereitet und wird den Evakuierungs- und Entschärfungsplan umsetzen.

tk

10.000 Peiner betroffen

Wegen der Entschärfung der Bombe am Donnerstag, 3. September, kommt es zu einer großen Evakuierung in Peine. Davon sind ausgehend vom Fundort Maschweg und einem Sicherheitsradius von etwa 1000 Meter große Teile der Nord-, Ost- und Innenstadt sowie südliche Teile von Stederdorf betroffen – dort leben etwa 10.000 Peiner.

Dieses Gebiet wird von folgenden Straßen umschlossen: Südlich Trentelmoorweg, Bundesstraße 444, Wilhelm-Rausch-Straße, Heinrich-Hertz-Straße, südlicher Teil des Hesebergweges, westlich Ostrandstraße, nördlich Gunzelinstraße, Schäferstraße, nördlich Am Silberkamp, Röerstraße, Am Sorgenfrei-Stadtpark, Hindenburgstraße, nördlich Werderstraße, östlich Kammerwiesen, Spiegelbergstraße, Sundernstraße und alte Bahnlinie.

„Verläuft die Grenze des Evakuierungsgebietes entlang einer Straße, beispielsweise Werderstraße, so ist die Straßenseite zu evakuieren, die dem Maschweg zugewandt ist“, erklärt Stadt-Sprecherin Ulrike Laudien. Auch die Autobahn 2 wird in Höhe Peine für einen kurzen Zeitraum gesperrt – eine Umleitung wird es nicht geben.

Aus Sicherheitsgründen müssen alle Personen dieses Gebiet am Donnerstag ab 15 Uhr verlassen. Dort ansässige Schulen und Kindergärten werden spätestens um 15.30 Uhr geschlossen. Der Busverkehr wird bis 17 Uhr die Bushaltestellen anfahren.

Etwa 300 Helfer – unter anderem Polizei, Feuerwehr Technisches Hilfswerk und Arbeiter-Samariter-Bund – werden im Einsatz sein, um Straßensperren aufzustellen, die Evakuierung vorzunehmen und die Menschen mit Essen und Getränken zu versorgen. Regelmäßige Patrouillen sollen sicher stellen, dass es nicht zu Plünderungen in den verlassenen Häusern kommt. Daneben richtet die Stadt einen Fahrdienst für Bewohner ein, die sonst nicht die Möglichkeit haben, das Sicherheitsgebiet zu verlassen. Dringend notwendige Transportwünsche werden ab sofort vom Ordnungsamt entgegen genommen.

tk

Ein Info-Telefon steht heute, morgen und Donnerstag von 8 bis 20 Uhr unter 05171/ 49970 zur Verfügung.

Sammelstellen

Für Personen, die keine anderen Aufenthaltsmöglichkeiten haben, stehen folgende zwei Sammelstellen ab 15 Uhr am Donnerstag zur Verfügung:

Sporthalle Stederdorf – Luhberghalle, Zum Luhberg 11;

Halle H – Aula des Silberkamp-Gymnasiums im Unternehmenspark II, Woltorfer Straße 77.

Elektrogeräte aus

Während der Bomben-Entschärfung am Donnerstag ab 15 Uhr ist jeglicher Zugang in das Sicherheitsgebiet ausnahmslos verboten. Ordnungsamtsleiter Lutz Hoffmann sagt: „Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie voraussichtlich erst am Abend in Ihre Wohnung zurückkehren können. Nehmen Sie daher bitte unbedingt für Sie notwendige Dinge, wie etwa Medikamente, Säuglings- oder Spezialnahrung sowie angemessene Kleidung mit.

Informieren Sie auch Ihre Nachbarn über die Evakuierung. Bitte prüfen Sie vor dem Verlassen der Wohnung, dass alle Elektro- und Gasgeräte ausgeschaltet und alle Wasserhähne geschlossen sind. Lassen Sie keine brennenden Kerzen in Ihrer Wohnung zurück und informieren Sie Verwandte und Freunde über Ihre Abwesenheit. Wir informieren Sie, sobald die Bomben-Räumung abgeschlossen ist und Sie in Ihre Wohnungen zurückkehren können.“

tk


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  • Infozettel. Peinerpegasus – 03.09.09
    Bei uns (Cellerstr.18) wurde in alle 4 briefkästen ein Infozettel geworfen und das obwohl nur 3 davon sichtbar jemanden gehörten.
    Naja ich find es eigendlich eher Panikmache. schließlich ist die gefahr eigendlich gering das die hochgeht.
  • ... Anwohnerin – 03.09.09
    Ich find's auch ziemlich kurzfristig. Zwar wurde schon vor einer Woche gesagt, dass am Donnerstag evakuiert wird, aber ja nur WENN es eine Bombe sei... und dann noch 2 Tage Zeit zu haben... Immerhin fällt es ja auch genau auf eine Zeit, in der die meisten Menschen von der Arbeit kommen. Verstehe nicht, weshalb es nicht am Wochenanfang morgens passieren kann!?

    Achja: Und wir hatten noch nichteinmal einen Infozettel im Briefkasten! Find ich auch ne ziemliche Sauerei!

    Eine Anwohnerin der Celler Straße beispielsweise, die die PAZ nicht abboniert hat, hat dann am Dienstag von mir erfahren müssen, dass sie aus der Wohnung muss... (bis heute übrigens auch noch kein Infozettel eingetroffen)

    Dafür, dass da wirklich so ein Aufriss von gemacht wird, ist es immernoch ziemlich unstrukturiert...
  • Re: Evakuierung Betroffene – 02.09.09
    an Frau N.
    ..keine hundert Meter weg.
    Das heisst: Bude verrammeln, Wertsachen und alle nötigen Unterlagen, wie Versicherung, Bank Perso, Kfz, usw. mitnehmen.
    Gehen wir davon aus, dass nichts passiert, wie meistens. Aber sicher ist sicher.
  • Bombenstimmung Jürgen Winter – 02.09.09
    Endlich mal was los in Peine. Hier wirdein mords Aufriss betrieben für eine kleine Sache. Wenn man wirklich geplant hätte, wäre die Sprengung bzw. Entschärfung zu einem Zeitpunkt passiert, wo die meisten ohnehin nicht im Haus sind, aber nein, das wär ja zu unkompliziert. Da soll eine Übung draus gemacht werden, natürlich zu Lasten der Bürger, um die eingemotteten Fahrzeuge und Notfallpläne endlich mal wieder zum Leben zu erwecken. Interessant wird sein, wer sich dann im Nachgang versucht sich zu profilieren. Also dann, gehen wir's an.
  • betroffen? betroffen? – 01.09.09
    alles erledigt.. auf www.peine.de ist ein genauer plan :-)
  • betroffen? betroffen? – 01.09.09
    julius-leber-straße in stederdorf
  • Evakuierung Frau N. – 01.09.09
    Wo wohnst du genau?
  • wofür steht die telefonnummer betroffen? – 01.09.09
    da ich zugezogen bin weiß ich nicht ob ich zu der südlichen oder was weiß ich nicht straße gehöre.. nun gibt es die telefonnummer 49970 die von 8 bis 20 uhr auskunft erteilt.. toll...seit 20 minuten versuche ich es.. niemand geht dran... super info..

    ebenfalls werde ich mein haus nicht offen lassen..bin von 8 bis 19 uhr weg.. und da lasse ich nichts auf...

    geräte ausschalten?.. warum...?? wer zahlt mir den verdorbenen inhalt?... stadt.. landkreis... ??

    mal schaun welche genauen infos noch kommen.. und ... abwarten
  • Re:Evakuierung von Markus N. Author – 01.09.09
    § 10 ZSG - Aufenthaltsregelung

    (1) Zum Schutze vor den besonderen Gefahren, die der Bevölkerung im Verteidigungsfall drohen, oder für Zwecke der Verteidigung können die obersten Landesbehörden oder die von ihnen bestimmten oder nach Landesrecht zuständigen Stellen nach Maßgabe des Artikels 80a des Grundgesetzes anordnen, daß

    1. der jeweilige Aufenthaltsort nur mit Erlaubnis verlassen oder ein bestimmtes Gebiet nicht betreten werden darf,
    2. die Bevölkerung besonders gefährdeter Gebiete vorübergehend evakuiert wird.

    (2) Die Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sind verpflichtet, die zur Durchführung der Evakuierung sowie zur Aufnahme und Versorgung der evakuierten Bevölkerung erforderlichen Vorbereitungen und Maßnahmen zu treffen. Die zuständigen Bundesbehörden leisten die erforderliche Unterstützung.

    und

    § 29 LKatSG - Pflichten der am Katastrophenort oder im Einsatzgebiet Anwesenden

    Alle im Katastrophengebiet oder an einem Einsatzort anwesenden Personen haben Anordnungen der Katastrophenschutzbehörde, des technischen Leiters des Einsatzes oder seines Beauftragten über Räumung, Absperrung oder Sicherung des Katastrophengebietes oder des Einsatzortes unverzüglich zu befolgen.
  • Mutter krank? Author – 01.09.09
    Die Mutter zu Hause lassen.Hat sie es im günstigsten Fall dann hinter sich.
  • Evakuierung Betroffene – 01.09.09
    ...eine Anwohnerin hatte sich direkt vor Ort erkundigt. Die Wohnungen / Häuser werden auf Leerstand geprüft, ggf. zwangsweise geräumt. Folgender Link dürfte hilfreich sein wie so etwas abläuft:
    http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/Luftmine
    "Lob an die Bevölkerung".
    Allerdings hat sich der Fall für Arbeitnehmer sowieso erledigt. Wer morgens aus dem Haus geht und nach 15°° nicht mehr ins Sperrgebiet kommt, der MUSS abschließen.
  • Evakuierung Betroffene – 01.09.09
    ...eine Anwohnerin hatte mir erzählt (sie hatte sich vor Ort erkundigt), das der Leerstand kontrolliert wird und ansonsten wird dann wohl zwangsläufig geräumt.
    Sehr schön beschrieben auf:
    http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/Luftmine.
    Der Artikel "Lob an die Bevölkerung" trifft ganz gut zu.
  • Evakuierung Markus N. – 01.09.09
    Wer sagt denn , das ich meine Wohnung nicht verschliessen soll wenn ich gehe und wer sagt mir das ich jemanden in meine Wohnung lassen muß um zu kontrollieren das sich niemand mehr in der Wohnung aufhält ???
  • Blinggänger Markus N. aus Peine – 01.09.09
    Ich finde diese ganze Aktion ziemlich übertrieben ! Die Splitterwirkung bei einer Explosion wird nur in einem Radius von ca. 500 Metern vorkommen ! Damals im Krieg wurden ja auch nicht am laufendem Band Menschen evakuiert , wenn Blindgänger entschärft wurden. Wer übernimmt die Kosten für diesn ganzen Aufwand ??? Der Bund ? Die Gemeinde ? oder der Steuerzahler ???
    Natürlich der Steuerzahler ! Wer denn auch sonst ???
    Ich werde in meiner Wohnung bleiben !!! Hab keine Angst !
  • Elektrogeräte Frau N. – 01.09.09
    Woher weißt du das? Würde mich mal interessieren.
  • nein hans – 01.09.09
    nein müssen nicht ausgeschaltet werden
  • Elektrosmog unterm Rock Anwohnerin - editiert von PAZ-online Redaktion – 01.09.09
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  • verpflichtet Ursula – 01.09.09
    Hallo, ich wollte mich erkundigen ob man wirklich verpflichtet ist, das Gebiet zu verlassen. Sprich, wird man eventuell polizeilich gezwungen das Haus zu verlassen. Für meine kranke Mutter wäre es wirklich eine Tortur. Ich wohne genau auf der Linie des Gebietes, zähle aber noch zu dem Gebiet. 10 Meter weiter und ich würde rausfallen.
  • Evakuierung Betroffene – 01.09.09
    Moin,
    da ich leider keine Erfahrung mit Evakuierungen habe und auch keinen kenne, der das schon einmal durch hat - hier meine Frage:
    Mir ist zu Ohren gekommen, das Häuser und Wohnungen NICHT verschlossen werden sollen, damit sich Ordnungshüter vom Leerstand überzeugen können. Jeder Raum wird inspiziert, sodass kein Mensch zurück bleibt. Weitere Einsatzkräfte sollen evtl. Plünderungen vermeiden helfen.
    Wer weis etwas?
  • Elektrogeräte Anwohnerin – 01.09.09
    Ich finde die Frage durchaus berechtigt, da es ja heißt, das ALLE Elektrogeräte ausgeschaltet werden sollen.
  • Re Anwohner – 01.09.09
    Ja unbedingt, der Gefrier- oder Kühlschrank könnte zu heiß werden und einen Flächenbrand entfachen...
  • Elektrogeräte Frau N. – 01.09.09
    Wie ist das mit Kühl- und Gefrierschrank die auch ausschalten?

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