Nach dem Willen der Landesregierung soll die Hauptschule in Lengede offenbar erhalten bleiben. Einer Gesamtschule stehen die Verantwortlichen in Hannover skeptisch gegenüber.
Lengede. Bereits Mitte August hatte die Landesschulbehörde Bedenken geäußert, ob der langfristige Bedarf für eine Gesamtschule in Lengede gegeben ist. Für eine Genehmigung muss der Landkreis belegen, dass mindestens 130 Schüler pro Jahrgang die Einrichtung besuchen – und zwar bis zum Schuljahr 2024/25.
Laut Kühn sieht das Land aber bereits vom Schuljahr 2016/17 an Probleme, diesen Sollwert zu erfüllen. Anders bewertet das die Kreisverwaltung, wie sie es jetzt auch ausführlich in der Antwort auf das Anhörungsschreiben des Landes begründet.
So gab es vom Landkreis eine mit der Landesschulbehörde abgestimmte Elternbefragung zum Bedarf einer Gesamtschule im Südkreis. Rund 50 Prozent aller angeschriebenen Eltern beteiligten sich an dieser Umfrage.
Die Landesschulbehörde wertet nun alle nicht abgegebenen Stimmen als Votum für das dreigliedrige Schulsystem.
Dieses aber kann man nach Meinung der Kreisverwaltung keinesfalls unterstellen. Dabei gelte es vielmehr für die Kinder, die heute zum Teil noch nicht einmal geboren sind, solide und belastbare Prognosen zu erstellen. Nach diesen nun erstellten Berechnungen wäre die geforderte Schulstärke in jedem Jahr erreicht.
„Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann hat mir am Freitag telefonisch mitgeteilt, dass es aus ihrer Sicht bei der beabsichtigten Ablehnung bleiben solle. Grund sei ein von ihr nicht näher bezeichneter gleichartiger Fall, in dem die Einrichtung einer Gesamtschule ebenfalls abgelehnt worden sei“, sagt Erster Kreisrat Henning Heiß, „ich hatte nicht den Eindruck, dass sich die Ministerin mit unseren individuellen Belangen ausreichend auseinander gesetzt hätte. Sie sagte mir, dass das Land nunmehr genug Integrierte Gesamtschulen genehmigt habe.“
Landrat Franz Einhaus ist enttäuscht über die Position der Landesregierung: „Aus der Art und Weise der Bearbeitung unseres Antrags muss ich interpretieren, dass das Land wirklich alle Möglichkeiten suchen und nutzen will, um eine Gesamtschule in Lengede ablehnen zu können.“ Der Sozialdemokrat zeigte sich auch darüber enttäuscht, dass die Kultusministerin, die ja gleichzeitig die für die Gemeinde Lengede zuständige CDU-Landtagsabgeordnete ist, den Antrag nicht in Person unterstützt.
Lengedes Bürgermeister Hans-Henning Baas kritisiert, dass im Kultusministerium der Elternwille nicht gehört werde. Immerhin hätten sich bei der Elternbefragung mehr als 74 Prozent der Lengeder für eine Gesamtschule in der Gemeinde ausgesprochen. Der geringe Einsatz der Kultusministerin könne bei Eltern und Wählern nur zu einer großen Enttäuschung über die Landespolitik führen, sagte der Sozialdemokrat Baas.
Thorsten Pifan
Kommentare
gesamtschule Lengede angel 999 – 02.11.09
Das eine Gesamtschule nicht genehmigt werden soll,ist schon eine Frechheit.Dahinter stecken Damen und Herren die in gewissen Logen und Machtpositionen sitzen und die Menschen durch Falschmeldungen und Betrügereien manipulieren.Es gibt da ja eine Aussage"An Ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen". Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben