Lengede-Barbecke. Der Betreiber des Windparks, Essent Wind Deutschland mit Sitz in Hannover, bestätigte gestern auf PAZ-Anfrage, dass es Pläne für ein weiteres Windrad in der Gemarkung Barbecke gibt, allerdings befinde sich der Vorgang noch in der Prüfphase. Laut einer Sprecherin des RWE-Tochterunternehmens geht es dort um ein etwa 100 Meter hohes Windrad, vorausgesetzt die Baugenehmigung wird erteilt. Einige Anlagen desselben Typs würden derzeit im Vorranggebiet auf Salzgitteraner Boden bei Lesse gebaut.
Cord-Heinrich Helmke, Leiter des Lengeder Bauamtes, erklärte gestern auf PAZ-Anfrage, dass die Gemeinde kaum Einfluss auf den Bau von Windrädern in ihrem Gebiet habe, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. Seinerzeit sei nach den Vorgaben des Zweckverbands Großraum Braunschweig das Vorranggebiet südlich von Barbecke ausgewiesen worden. Für die Baugenehmigung sei der Landkreis Peine zuständig. Gleichwohl sei der Gemeindeverwaltung bekannt, dass einige Barbecker den Windrädern kritisch gegenüber stehen.
Anwohner Herbert Schinkel, der sich vor einigen schon gegen der Bau der ersten Anlagen in einer Bürgerinitiative stark gemacht hatte, moniert, dass Hausbesitzer durch die Windräder einen massiven Wertverlust ihres Eigenheimes in Kauf nehmen müssten. „Mein Haus sollte aber eigentlich meine Altersvorsorge sein“, sagt Schinkel.
Die Flügel-Riesen stünden nur knapp 550 Meter von der Ortslage entfernt, obwohl 750 bis 1000 Meter Entfernung empfohlen werden. Die Schmerzgrenze ist für Schinkel erreicht: „An Weihnachten habe ich 50 Dezibel gemessen. Das ist wirklich viel zu laut.“ Beim Landkreis Peine hat er inzwischen Einwand gegen den Bau erheben.
Michael Lieb
Windkraft
Im vergangenen Jahr sind wieder deutlich mehr neue Windräder ans Netz gegangen als in den Jahren zuvor. 2009 wurden in Deutschland 952 Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von 1917 Megawatt neu installiert, erklären der Bundesverband Windenergie und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Damit ist der Zuwachs zwar noch immer deutlich, liegt aber unter den Rekorden vergangener Jahre.
Die Gesamtzahl der Windanlagen in Deutschland wuchs der Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts zufolge trotz Finanz- und Wirtschaftskrise auf 21164, ein Plus von 4,7 Prozent. Die Leistung stieg auf 25777 Megawatt. Das war ein Plus von 8,0 Prozent, der Zuwachs entspricht etwa der Leistung von anderthalb Atomkraftwerken.
mic/afp
Kommentare
windräder monika – 27.03.10
Diese Windanlagen sind wie eine Waffe,die gegen Menschen und der Natur eingesetzt werden und schädigen durch bestimmte Schwingung und Frequenzen die Umwelt und alle Lebewesen.Uns werden natürlich ständig Lügenmärchen über deren Zweck erzählt,und die Medien wie Presse,Fensehen,Radio verkünden die Lügen dann überall.Alles wird von den großen Illuminatischen Bossen und Unternehmen Weltweit Kontrolliert sowie auch dieses Unternemen der Windparkanlagen.Es gibt aber auch schon Widerstand,der zwar noch nicht so stark ist,aber das wird er noch werden.Darum sind die Beschwerden der Bürger berechtigt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenDanke H. Schinkel – 06.03.10
Hallo Herr Klotz.Vielen Dank für die Antwort. Das scheint in Lappland doch sehr schön zu sein. Die Schweden scheinen doch aus Fehlern in ihrer Energiepolitik zu lernen. Das ist in Deutschland ein Fremdwort. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Abzocke des Gemeinwesens sapmi – 01.03.10
In einer anderen Zeitung veröffentlichte ich im Zusammenhang mit HarzIV den nachfolgenden Beitrag. Ich denke, er passt ganz gut zu diesem Thema hier:Da gibt es noch ganz andere Felder der Abzocke des Gemeinwesens: Fahre ich durchs Land, so sehe ich immer mehr Photovoltaikanlagen und Windkraftwerke, gegen welche ich im Grundsatz dann nichts einzuwenden hätte, betriebe man sie nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen. Was mich ärgert ist, dass diese Art der Stomgewinnung eben in erster Linie der Gewinnmaximierung der Betreiber dient, und dies zu Lasten der Allgemeinheit. Für bis zum 31.12.09 angemeldete Photovoltaikanlagen z.B. bekommen die Betreiber für 20 Jahre gesicherte 0,44 Euro/Kwh Vergütung (seit dem 1.1.10 0,39 Euro), und das bei einem Strompreis von 0,19 - 0,24 Euro/Kwh. Wo ist da ein Unterschied zu sogenannten Harz-IV-Empfängern? Beide, sowohl die Hartz-IV-Empfänger als auch die Betreiber von Photovoltaikanlagen (und auch von Windkraftanlagen), beziehen Mittel des Gemeinwesens. Also ist da oberflächlich betrachtet kein Unterschied. Doch da ist einer: Die Mittel aus Hartz IV dienen in erster Linie dem Lebenserhalt von Menschen in Not (wobei wie überall auch hier Missbrauch nicht auszuschliessen ist), die Einspeisungsvergütung für Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen dienen in erster Linie der Einkommensmaximierung zumindest kreditwürdiger Menschen. Zum Schluß eine Bemerkung zu Aussenminister Tsunami: Nicht die Hartz-IV-Sätze sind das Übel, sondern das zur Sicherung des Lebensunterhaltes nicht ausreichende Entgelt für einen vollen Arbeitstag ist es. Es ist geradezu widerwärtig, die Löhne so zu drücken, um als Folge daraus den Schluss zu ziehen, die Sätze nach Hartz IV seien zu hoch. Und widerwärtig ist es, dass Menschen zur Gewinnmaximierung ihrer Arbeitnehmer bei voller Arbeitszeit einen so geringen Lohn erhalten, dass eine Aufstockung aus öffentlichen Mitteln zwingend ist. Und widerwärtig ist es, dass es heutzutage gang und gäbe ist, Berufsanfänger so lange als möglich per Zeitvertrag zu beschäftigen um zugleich von der jungen Generation Eigenvorsorge und Mut zu Kindern zu erwarten (darüber denke man in einer stillen Stunde nach!). Damit kein Missverständnis entsteht: Eine Heranziehung von Hartz-IV-Beziehern zu gemeinnütziger Arbeit versteht sich von selbst, solange reguläre Arbeitsplätze dadurch nicht gefährdet werden, ebenso Sanktionen bei abgelehnter Arbeit.
Herr Schinkel: Für Sie gibt es in jener Zeitung eine Antwort auf Ihre Frage. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Es geht weiter Barbecker – 27.02.10
Tja, und es sollen noch mehr WKA´s in der Region gebaut werden.http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/7534512/artid/11828226
So werden weiterhin Subventionen verbraten, die unsere tolle Regierung als "Umweltschutz" verkauft.
Unglaublich.
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Ups H. Schinkel – 18.02.10
Habe ich beim ersten lesen gar nicht gesehen. Natürlich ist der empfohlene Mindestabstand 1000 Meter. Bei ca. 750 Metern soll das Neue hin. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenWie es gerade passt... L. Fliss – 18.02.10
Einerseits berufen sich alle auf den Regionalen Raumordnungsplan RROP Großraum Braunschweig 2008, wenn es um die Festlegung des Vorranggebietes geht.Andererseits werden die eigenen Empfehlungen wie Abstand 1000m und 10-15 Anlagen pro Windpark ignoriert und massiv überschritten. Es stehen bereits 29 Anlagen, die nächste in ca. 500m Abstand und eine neue in ca. 720m Abstand ist beantragt.
Wozu gibt es den Zweckverband Großraum Braunschweig, wenn jede Gemeinde macht was sie will?
Ich habe nichts gegen Windparks, wenn sie empfohlene Abstände einhalten. Wann hört die Gier auf Kosten anderer Gesundheit auf? Bekommen nicht die Landwirte reichlich "EGFL-Direktzahlungen"? Dort steht: "Durch die Bindung der Zahlungen an die hohen Umwelt- Verbraucher-, Tierschutz- und Sozialstandards wird ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen sichergestellt." Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Soweit in Ordnung H. Schinkel – 18.02.10
Der Artikel ist soweit in Ordnung. Hauptaugenmerk ist allerdings auf die Lärmreduzierung zu werfen.Denn noch sind nicht alle neu gebauten WKA´s in Betrieb, und der Lärm ist so schon unerträglich. Und dann befindet sich noch ein Neues in Planung??
Ich bekomme immer noch Unterschriften gegen das geplante Windrad, obwohl die Listen schon eingereicht sind. Das spricht eigentlich eine deutliche Sprache.
Also keine weiteren Windräder in Barbecke.
Am 09.03.2010 ist die nächste Ortsratsitzung in Barbecke. Es wäre schön wenn soviele Barbecker wie möglich dort erscheinen, und Ihre Meinung dort kundtun. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Gewinnoptimierung und Menschenverachtung sapmi – 18.02.10
Genau so schlimm wie der hörbare Lärm, der einem die Psyche kaputt macht, ist der sogenannte Infraschall, der stumme Lärm. Dieser wirkt sich negativ z.B. auf die Herzfrequenz aus. Doch dies alles nehmen die zuständigen Behörden in Kauf, der geplagte Mensch spielt keine Rolle, Krankheiten werden als Kollateralschäden abgetan. Unser Staat dient einzig dem Moloch Wirtschaft, die Wohlfahrt der Menschen spielt keine Rolle mehr. Das ist bei Windkraftwerken nicht anders als bei Tiermastanlagen. Und das Schlimme an der Sache ist, dass bei später nachgewiesenen Schäden keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wird, wie das Beispiel Asse zeigt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben