Vechelde: Hier Bürgermeister Hartmut Marotz am Ortsschild am Einkaufszentrum. Kleines Bild: Vera Wucherpfennig vom Innenministerium.
Vechelde. Das jetzt geplante Fünf-Millionen-Euro-Projekt Dornberg-Carree könnte sich dabei als wichtiger Baustein für die Entwicklung Vecheldes erweisen. In dem teilweise vierstöckigen Gebäude sollen Arztpraxen, Geschäfte, Pflegeeinrichtungen, ein Restaurant und Büroflächen für Unternehmensgründer untergebracht werden.
Will eine Gemeinde eine Stadt werden, muss sie „städtisches Gepräge“ besitzen, erklärte Vera Wucherpfenning vom niedersächsischen Innenministerium gestern. Es gebe klare Kriterien wie Einwohnerzahl, wobei diese nicht exakt beziffert ist, Siedlungsform und Wirtschaftssituation.
„Eine zentrale Frage ist auch: Wie ist die Versorgung vor Ort?“, erläuterte Wucherpfennig. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir die Anforderungen jetzt schon erfüllen würden“, sagte Marotz. Die Grundvoraussetzungen besitze Vechelde aber allemal. Denn der Kernort sei durch frühere Großbetriebe wie die Jutespinnerei, die Konservenfabrik und die Zuckerfabrik eher industriell als landwirtschaftlich geprägt.
Durch seine Infrastruktur mit Bahnhof, Schulen (auch Gymnasium) und Freizeiteinrichtungen komme Vechelde im Vergleich zu anderen Gemeinden eine Sonderstellung zu. Würde man ernsthaft darüber nachdenken, eine Stadt werden zu wollen, was derzeit nicht der Fall sei, käme als „Stadtgebiet“ der Kernort Vechelde zusammen mit den Ortschaften Wahle und Vechelade (insgesamt 7400 Einwohner) in Frage.
Ändern würde sich für Vechelde durch das Stadtrecht übrigens kaum etwas: Es ginge wohl eher um Prestige. Und wann könnte es für Vechelde soweit sein? „Vielleicht 2020“, sagte Marotz. Auf jeden Fall sei das ein Projekt für seinen Nachfolger. Marotz’ Amtszeit endet Ende 2014.
Interessant: Marotz hat sich 1988 im Innenministerium damit beschäftigt, einer Gemeinde das Stadtrecht zuzuerkennen.
mic
Will eine Gemeinde eine Stadt werden, muss sie dies beim Innenministerium beantragen. „Das Ministerium prüft dann, ob alle Kriterien erfüllt sind. Dieser Vorgang ist relativ komplex“, erläuterte Ministeriums-Sprecherin Vera Wucherpfennig.
In den letzten 20 Jahren sei acht Städten in Niedersachsen das Stadtrecht zuerkannt worden, darunter Wiesmoor (13.000 Einwohner) oder Schortens (20.691). Es gibt aber auch wesentlich kleinere Städte wie Hornburg (2503) oder Schöppenstedt (5360) im benachbarten Kreis Wolfenbüttel. Wucherpfennig: „Grundsätzlich ist es einer Gemeinde auch heute noch möglich, eine Stadt zu werden.“
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