Busbahnhof in Peine: Nicht jeder Schüler kann nach den neuen Regularien die Busse kostenlos nutzen.
Lengede. Unzufrieden ist Hälke mit der gemeinsamen Erklärung von SPD und Grünen im Kreis, die in der gestrigen PAZ zu lesen war. „Die Äußerungen lassen bei mir den Verdacht aufkommen, dass SPD und Grüne über die Verhältnisse im Landkreis Peine schlecht informiert sind.“
Nicht nachvollziehen kann er das Argument der Politiker, dass viele Fahrradwege im Kreis ausgebaut worden seien. Denn in den Gemeinden finde – mit Ausnahme der Hauptstraßen – so gut wie kein Winterräumdienst mehr statt. Ähnlich sei die Situation auf den Radwegen zwischen den Ortschaften, die zudem nicht beleuchtet sind.
Auch die Argumentation, dass man sich an der Situation in anderen Landkreisen orientieren müsse, will Hälke so nicht gelten lassen: „Ich habe von meinen Eltern und in der Schule gelernt, dass ich mir die Besten zum Vorbild nehmen soll. Der Landkreis Peine stand in der Vergangenheit auch für seine hohen Standards in Niedersachsen in positivem Licht da. Diese Standards gilt es auch weiterhin zu bewahren“, sagt Hälke, der zudem enttäuscht ist, dass das Thema nie in die Schulelternräte transportiert wurde.
„Für uns Eltern ist der Landkreis als Schulträger verpflichtet, dafür zu sorgen, dass unsere Kinder sicher und pünktlich an ihrer Schule ankommen. Wir Eltern werden es nicht zulassen, dass sich der Landkreis Peine durch diese politische Fehlentscheidung aus der Verantwortung stiehlt.“
Der Hintergrund: Zum neuen Schuljahr gab es grundlegende Änderungen bei der Schülerbeförderung im Kreis. Zum einen wurden die Schulwege für alle Schüler neu berechnet. Daraufhin haben einige Kinder, die bislang eine Busfahrkarte bekommen haben, in diesem Jahr keine mehr bekommen. Zum anderen gibt es für Schüler ab der siebten Klasse künftig nur noch eine Fahrkarte kostenlos, wenn sie weiter als drei Kilometer von der Schule entfernt wohnen. Bisher galten einheitlich zwei Kilometer.
mic
Kommentare
Sparen Leser – 23.08.10
Hier geht es nicht um Autofahrer die den Eisbären schaden, sondern um Kinder die auf nicht geräumten und beleuchteten Wegen zur Schule fahren müssen.Jeder muss sparen! PAZ-Leser – 23.08.10
Klar, dass es bei jeder Einsparung Leute gibt, die trifft. Und diese Leuté gehen dann auf die Barrikaden. Ich möchte die Theorie aufstellen, dass es bestimmt nur sehr wenige Fälle gibt, bei denen es sich um Härtefälle handelt. Diese Fälle mal außen vor. Bei allen anderen möchte ich die Frage stellen, fehlen durch die Bezahlung des Bustickets wirklich Lebens notwendige finanzielle Mittel? Gibt es hier vielleicht Einsparpotential, wie Pay-Tv-Abos, Fitnessstudio, irgendwelche Abo-verpflivhtungen, Zigaretten, Fast-Food und sonstigen nicht benötigten "Luxus"? Verzichten Sie doch mal für die Kinder auf einen kleinen Teil für das Wohl Ihres Kindes. Außerdem sollten Sie sich Ihr Kind mal genau ansehen. Gibt es hier schon Auswirkungen mangelnder Bewegung kombiniert mit falscher Ernährung? Wenn Ja, dann wird es Ihr Kind Ihnen später danken, dass es jetzt jeden Tag höchstens 6 km mit Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen muss. Mal ehrlich, wann haben Sie sich das letzte Mal zu Fuß bewegt? Außerdem sollten wir auch alle an die Eisbären denken und unsere Lebensbedingungen nicht weiter zerstören. Kleiner Tipp an alle Autofahrer - kurze Autostrecken sind sowohl nicht gut für die Umwelt als auch nicht gut für den Motor Ihres Fahrzeugs.Armes Deutschland ein Gadenstedter – 22.08.10
Kinder sind nichts mehr Wert in Deutschland. Kinder sollen die Zukunft bezahlen und nicht zu vergessen nach der Schule die aktuellen Rentner ernähren. Wie soll unser Land funktionieren wenn unsere Politiker mit sich selbst beschäftigt sind. Kein Geld für die Bildung, noch nicht einmal um die Kinder zur Schule zu befördern. Kinder die Innerhalb eines zwei Km Radius wohnen haben kein Recht auf Bildung? Müssen bei schlechter Witterung ihre Gesundheit aufs Spiel setzen? Eltern die nicht weit genug weg wohnen müssen genauso arbeiten wie die ausserhalb des zwei Km Bezirks. Und wenn ein Elternteil nicht arbeitet wäre zwar die Zeit da die Kinder, bei Regen und Kälte, zu bringen und zu holen, aber kein Zweitwagen. Wovon auch bei den Preissteigerungen der letzten Jahre. Liebe Politiker, kümmert euch mal wieder darum wie es eurem Volk geht. Macht die Augen auf und schaut nach unten auf die Strasse. Was nützt es wenn es der Industrie gut geht, die soziale Verantwortung der Arbeitgeber dabei auf der Strecke bleibt. Auch die arbeitende Bevölkerung braucht neben der Peitsche auch mal Zuckerbrot. Was bringen Rekordzahlen im Export wenn der Deutsche sich nichts mehr leisten kann. Lasst uns Geld zum Konsumieren damit wir die Wirtschaft am Leben erhalten.