Diskussionsleiter Wielfried Fricke, Anja Jäkel vom Kirchenkreis und Pastor Berend Kleingeist.
Lengede. Eingeladen hatten Berend Kleingeist, Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Lengede, Sozialarbeiter Wilfried Fricke vom Diakonischen Werk und Anja Jäkel, Diakoniebeauftragte des Kirchenkreises. 13 Teilnehmer diskutierten Aspekte rund um das Thema Armut.
Anlass für den Diskussionsabend war die Wanderausstellung „Wortreich verschweigen. Armut – ein Thema für unsere Gemeinden“, die derzeit in Lengede gezeigt wird. Die Besucher diskutierten über die Facetten der Armut, die sich unter anderem in Altersarmut, oder Kinderarmut äußern kann.
Letztere wird oft bedingt durch die Armut der Eltern. Aus der materiellen Not würde auch oft eine Beziehungs- oder Bildungsarmut resultieren. Zudem seien Notlagen oft nicht sichtbar und würden nur über Hinweise Dritter erkannt.
Arme Menschen schotten sich ab und ziehen sich aus der dörflichen Gemeinschaft zurück. „Arme Kinder laden häufig niemanden nach Hause ein“, meinte Anja Jäkel. Daher falle Armut oft nicht auf. Spezielle Angebote für finanzschwache Personen würden in vielen Fällen nicht wahrgenommen. Ein Vorschlag war deshalb, gemeinsame Aktivitäten wie eine Mahlzeit nach dem Gottesdienst oder ein Gemeindefest für alle Menschen anzubieten.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine frühe Förderung der Kinder aus finanzschwachen Familien wichtig sei. Aktionen wie Kinderkochen, Lese,- und Nachhilfeangebote für Kinder aber auch die Schulspeisung könnten vielen Formen der Armut entgegenwirken. Die finanzielle Not könne durch verschiedene Angebote gemindert werden. „Beihilfen zu Vereinsbeiträgen oder Klassenfahrten können bei der Diakonie beantragt werden“, erläuterte Wilfried Fricke.
Pastor Kleingeist machte deutlich, dass der Reinerlös aus dem anstehenden Gemeindefest in einen Fonds gehen soll, der finanzschwachen Konfirmanden die Teilnahme an Konfirmandenfreizeiten ermöglichen soll.
fl
Kommentare
Soso Barbecker – 20.08.10
Von asozialen Kinder hat auch keiner gesprochen.Achtung Vorurteile! Lunte – 20.08.10
Ich finde die Aktion richtig und wichtig! Nicht alle armen Kinder haben asoziale Eltern (- auch wenn dieses Bild vielleicht von RTL & Co vermittelt wird). Aber auch und vielleicht gerade diesen Kindern sollten Erfahrungen wie Konfi-Freizeiten nicht verwehrt werden. Bravo Herr Kleingeist!Zustimmung Barbecker – 16.08.10
Leider muß ich da Voß zustimmen. Zigaretten, Alkohol und riesige Flachbildfernseher sehe ich in den meisten "armen" Familien. Das da nix fürs Kind bleibt ist klar.Zweckentfremdung Voß – 13.08.10
Wenn ich das Kindergeld konsequent für die Kinder anwende, kommt keine Kinderamut zustande. Mehrheitlich verwenden die Eltern aus sozialschwachen Familien das Kindergeld für eigene Zwecke (auch für Alkohol und Zgaretten) - die inder bleiben auf der Strecke.Hier helfen nur ausschließlich für die Kinder bestimmte Bezugsscheine.