Gadenstedt: Helge Preuß (links) und Hein Brüggen verzauberten das Publikum in der Alten Stellmacherei.
Gadenstedt. Eigentlich sollten die beiden Ausnahmegitarristen Hein Brüggen und Helge Preuß durchweg als Duo in Gadenstedt auftreten – doch durch Anfahrtsprobleme verspätete sich Brüggen. Veranstalterin Jutta Reutig ließ kurzerhand ihre Kontakte spielen und zauberte mehr als veritablen Ersatz aus dem Hut: Den Bluesmusiker und Stellmacherei-Stammgast Martin Kühn. Das Publikum war begeistert von dem improvisierten Programm der beiden Musiker.
Preuß und Kühn ließen zu prasselndem Kaminfeuer ihre Gitarren erklingen, ab und zu spielte Kühn einige Takte auf seiner Mundharmonika. Nach etwa einer halben Stunde hatte dann Gitarrist Hein Brüggen den Weg in die Stellmacherei doch noch gefunden – und das „eigentliche“ Konzert fing an.
Mit seinen swingenden Jazz-Stücken hatte das neuerliche Gitarrenduo Brüggen/Preuß das Publikum sofort auf seiner Seite – Fußwippen und Kopfnicken inklusive. Klassiker wie „Girl from Ipanema“ oder auch „Sweet Georgia Brown“ schallten durch die Stellmacherei. Zwei temporeiche Stücke vom „Zigeuner-Gitarristen“ Django Reinhardt meisterten die beiden Gitarristen, die sich seit 1978 kennen, ebenfalls mit Bravour.
Immer wieder ließen sich die beiden Musiker Freiraum für Improvisationen, teilweise mit rasanter „Fingerakrobatik“, die das Publikum zum Staunen und Raunen veranlasste. Die Zuhörer spendeten zum Schluss lang anhaltenden Applaus für einen wunderbaren Gitarrenabend. Hein Brüggen und Helge Preuß bedankten sich beim Publikum mit der Zugabe „Orfeo Negro“ und entließen damit ein sichtlich gut gelauntes Publikum in den nebligen Herbstabend.
lü/mu