Besprachen die Zukunft der Grundschule Groß Lafferde (v.l.): Verwaltungsmitarbeiterin Heike Kautz, Klaus Grimm, Rainer Röcken und Ingo Lüders.
Groß Lafferde. „Ich habe Angst, dass uns die Eltern wegrennen“, begründete Ortsbürgermeister Rainer Röcken gestern die neue Initiative. Bei der Vorstellung des Konzepts im Lahstedter Rathaus erzählte er, der Auslöser für die Überlegungen sei für ihn persönlich der Moment gewesen, als ihm Lafferder Eltern sagten, dass sie ihre Kinder statt in ihrer Ortschaft in der neuen Oberger Ganztagsschule angemeldet hätten. Denn dort werden sie von Montag bis Donnerstag auch nachmittags betreut – ideal für berufstätige Eltern. Noch zum Start des Schuljahres im Sommer soll es auch in Groß Lafferde Nachmittagsbetreuung geben – „das ist das erklärte Ziel des Ortsrates“, sagt Röcken.
Eine zweite Ganztagsschule werde man in der Gemeinde wohl nicht genehmigt bekommen, deshalb habe man sich gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung ein anderes Konzept ausgedacht: „Im Verbund mit Kindergarten und der Kirche soll montags bis freitag eine außerschulische Betreuung bis 15.30 Uhr angeboten werden“, erklärt Röcken. „Auch ein Mittagessen im Gemeindehaus, dass dann als Mensa genutzt wird, ist ein Ziel.“
Die Betreuung und das Mittagessen sollen sowohl der Kindergarten, als auch die Schule nutzen können. Um besser planen zu können, soll in nächster Zeit bei den Eltern im Kindergarten das Interesse an einer Nachmittagsbetreuung abgefragt werden. Auf die Gemeinde könnten dabei nur wenig Kosten zukommen, die Eltern müssten allerdings mit einer Beteiligung rechnen. Zum Vergleich: In Oberg kostet eine Mahlzeit 2,80 Euro, auch die nachmittägliche Betreuungszeit ist teilweise kostenpflichtig.
Personell stemmen könnte die Gemeinde das Lafferder Nachmittagsbetreuung auch Dank des demographischen Wandels, glaubt Lahstedts Bürgermeister Klaus Grimm: Wenn den Prognosen folgend weniger Nachwuchs im Kindergarten angemeldet wird, könnte man freies Personal anders nutzen. Auch ehrenamtliche Helfer hätten ihre Bereitschaft erklärt, sagt Lafferdes stellvertretender Ortsbürgermeister Ingo Lüders. Genaueres sollen weitere Gespräche ergeben, denn: „Eine Verlässlichkeit ist Voraussetzung für das Konzept“.
Eine Konkurrenzsituation mit Oberg weist Rainer Röcken bei alledem zurück: „Die Oberger Schule ist und wird auch ohne Lafferder Kinder voll. Uns geht es darum, den Lafferder Standort zu sichern.“
sip