Ilsede-Solschen. „Wir sind nicht gegen die Anlage, wir wollen nur genau wissen, was geplant ist“, sagt der Solschener Ortsbürgermeister Günther-Georg Mohrholz (SPD) während der Sitzung des Ortsrates. Einige der etwa 30 Zuhörer teilten seine Meinung zu der geplanten Biogas-Anlage nördlich der Ilseder Ortschaft und nickten kaum merklich mit dem Kopf.
Doch es gab auch Gegenwind für das Großprojekt, das sich etwa über die Fläche von drei bis vier Fußballfeldern erstrecken soll. „Was haben wir Solschener denn für Vorteile davon“, fragte eine besorgte Bürgerin. „Bei uns werden nur die Straßen kaputt gefahren und die Anwohner dürfen’s dann zahlen.“
Ortsratsmitglied Günter Mertins (CDU) unterstrich, dass für ihn auch der Anliefer-Verkehr die wichtigste Fragestellung sei. Nach ersten Aussagen solle der Transport von jährlich etwa 30 000 Tonnen der Biomasse Mais innerhalb von drei Wochen abgewickelt werden. Das entspricht etwa acht Fahrten je Stunde in diesem Zeitraum bei einer täglichen Arbeitszeit von 16 Stunden.
Doch nicht nur den Lastwagen-Verkehr fürchten die Kritiker der Anlage. „Am Ende haben wir dann nur noch Mais auf den Feldern hier“, sagte ein verärgerter Bürger. Denn um die Anlage wirtschaftlich zu betreiben, werden 600 Hektar Anbaufläche gebraucht – etwa diese Menge an Ackerfläche gibt es rund um Solschen.
„Es wird hier sicherlich nicht nur Mais auf den Feldern stehen“, beruhigte ein örtlicher Landwirt die kritischen Stimmen. Er rechnet mit einer „Maisquote“ von etwa einem Drittel. Biogasanlagen seien wichtige Einnahmequellen für die Landwirte – gerade in Zeiten niedriger Weizenpreise.
Empfohlen hat der Ortsrat schließlich, eine Bauleitplanung für das Biokraftwerk einzuleiten. Mohrholz schlug vor, die MIC Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH aus Hameln als Bauherr möglichst bald zu einer Informationsveranstaltung zu laden. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
mu
Kommentare
@Aufrechterbürger Kerry – 08.02.10
Ja, ich weiss. Kein Tierarzt, keine Sonderbehandlung, obwohl damit geworben wird.Eine Mortalitätsrate von 3% ist geschmeichelt, 5 bis 8% sind im 7cent-Verdienst bereits kalkuliert. Letztendlich zahlt es der Verbraucher.
Für einzelne Individuen einen Arzt zu konsultieren ist da finanziell überhaupt nicht tragbar. Kranke oder schwer verletzte Hühner werden durch Genickbruch getötet - wenn sie Glück haben. Oft genug überlässt man diese Tiere aber einfach sich selbst... und verstößt damit gegen das Tierschutzgesetz. § 11 b dieses Gesetzes verbietet das Züchten von Tieren, deren Dasein mit vermeidbaren Schmerzen und Leiden einhergeht. Man spricht hier auch von den sog. Qualzuchten. Nicht wenige Tierschutzverbände und Hühnerexperten sehen auch in dem Masthuhn eine verbotene Qualzucht.
Und ein Masthuhn ist KEIN Legehuhn oder umgekehrt – geht nicht.
Die Lobbyisten werden schon nicht verhungern, die denken sich dann andere Methoden aus.
Selbst Enten werden unter diesen Bedingungen gemästet. Welch grausame Tierquälerei !!! Enten sind Wasservögel !!!!
Übrigens: Wietze läuft mit Bürgerbegehren gegen den Schlachthof an. Drücke die Daumen.
'Kerry' - Steinzeit Aufrechterbürgen – 07.02.10
Ihrem Punkt Nr.1 kann ich nicht zustimmen, dem Rest - leider - ja.Die Sache mit der Massengeflügelhaltung ist, zumindestens in der Region Celle, ein 'alter Hut'und stammt tatsächlich aus der Steinzeit.
Bereits vor vielen Jahren sollte in Celle-Klein Hehlen für die Geflügelindustrie ein Stall mit Massengeflügelhaltung errichtet werden.
Die damaligen masiven Widerstände in der Befölkerung verhinderten dieses erfolgreich.
Der Befürwortern / unentschlossenen der Massengeflügelhaltung sei noch folgenden freundlicher Hinweis gewidmet:
Die Industrie räumt eine Verlustquote i.H.v. 'nur 3%' ein.
Das bedeutet: Je Besatz ( 40.000 Tiere) verenden mindestens 1.200 Tiere - qualvoll -!
Im Jahre 2009 kostete, hier im Raum Celle, ein Legehuhn zwischen 6,50 € und ca. 8,00 €.
Unterstellen wir einen Durchschnittspreis für ein Legehuhn i.H.v. 7,25 €!
Somit wird je Besatz ein durchschnittlicher Schaden i.H.v. mindestens 8.700 € von der Industrie akzeptiert, der wiederum von den Verbraucherinnen und Verbrauchern mitbezahlt werden muss!!!
Noch dramatischer sehen die Zahlen aus, wenn ermittelt wird, welcher Schaden verursacht wird wenn die qualvoll verendeten Hühner (je Besatz) nicht verenden würden sonder pfleglich behandelt werden würden und in der Produktion von Hühnereiern eingesetzt werden würden.
Wie bereite erwähnt:
Wir alle zahlen Unsummen an Subvertionen an die Bauern!
Ob dieses Geld jedoch immer dort ankommt, wo es sinnvoll ist, sei dahingestellt, tatsächlich jedoch zahlen wir auch für das Unterlassen von Arbeitsleistungen in der Landwirtschaft recht kräftig!
Würden wir das ändern, könnte auf die konzentrierte Massentierhaltung komplett verzichtet werden.
Herr Rotkötten, Wiesenhof und all die anderen, müssten trotzdem nicht verhungern und das Personal könnte einer angenehmer gestalteten Tätigkeit nachgehen.
Darum nochmals:
Bitte das Nachdenken v o r das Handeln setzen.
Landrat Wiswe (Celle) u.ä. Politiker müssten von den Wählerinnen und Wählern allerdings in ihre Schranken vewrwiesen werden.
Macht nichts, wenn diese Herren meinen sich über das Volk erheben zu dürfen, liegt es alleine an uns sie auf den Boder der Tatsachen zurück zu bringen.
Film Kerry – 06.02.10
Solange sich 21 und mehr Hühner auf einem Quadratmeter tummeln und eine Schnellmast durchlaufen müssen, ist das gezeigte leider grausame Realität.Bei 13 Tieren/m² sieht es schon wieder besser aus.
Die Filmteams werden von Tierschützern (Organisationen und Vereinen) bestellt und bezahlt, letztere arbeiten ehrenamtlich.
film solscher – 06.02.10
ja ist schon eine schlimmer film, allerdings sollte uns allen doch klar sein, dass es nicht in jedem stall so aussieht!! da sind Filmteams losgefahren und nachher wurde das schlechteste, bzw. beste propaganda material zusammen geschnitten...die teams werden ja sogar dafür bezahlt, dass sie nur ausschließlich grausames filmen...'unglaublich'.... Kerry – 05.02.10
@ Aufrechterbürger1. Ihre sogenannte „Steinzeit“ ist man gerade zwei Monate alt. Also voll im Trend.
2. Von der Quälerei der Tiere weiß der Verbraucher nichts, soll er auch nicht. Er soll nur kaufen und kauft in der Tat krankes Fleisch!!! Aufklärung tut hier Not.
3. Bitte Film ansehen: http://www.braunschweig-touren.de/Seiten/Huehnermast.htm
4. Die größten Verbrecher sind diese Lobbyisten, sie gehen über Leichen. Ob Umwelt, Tier oder Mensch – egal.
Das ist mega-traurig, was aus unserer Welt geworden ist und noch weiter wird......
Biogas-Anlage Kerry – 05.02.10
Solscher, danke für die Antwort.Womit wird die Biogas-Anlage gefüttert? Nur mit Mais (s. meinen letzten Kommentar)?
Stichwort Endverbraucher: Ob Getreide oder Fleisch, die Regale der Discounter sind gerammelt voll. So voll, dass weggeworfen wird. Noch mehr Produktion – noch mehr billig – noch mehr wegwerfen? Doch diese Politik haben WIR nicht gemacht.
Dieser Mega-Mast-Wahn, der z. Zt. im Umkreis von Celle stattfindet, beruht auf das Gerangel vierer Großkonzerne. Das heisst: Diese „paar“ Hühnerställe im Umkreis sind erst der Anfang. Dazu folgendes Zitat:
„Ein Drittel der Betriebe arbeitet ohne Kostendeckung. Nur ein Viertel aller Betriebe erzielt –
Über ihre Arbeitentlohnung hinaus – Gewinne zur Verzinsung des Eigenkapitals, uns zwar in Höhe von 16.000€ - dem gegenüber steht eine Investition in Hohe von 450.000€. Die Marge wird über die Jahre immer enger. Eine Interpretation: Offenbar kalkuliert der „Integrator“ auch die Vorteile der Landwirte bei der Verfütterung eigenen Weizens mit ein, wenn er durch das beiderseitige Drehen an den Preisschrauben für Küken, Futter und Hähnchen, die Spanne für die Mäster so einstellt, dass ein Teil bei Laune bleibt und der Rest zur Selbstausbeutung getrieben wird.“
Aus http://www.gefluegelmast.de/images/Wiesenhof-Werbeveranstaltung.pdf
Leider müssen erst viele unnütze, qualvolle Tode gestorben, viele unnütze Flächen bebaut werden, bevor sich dieser Wahnsinn reguliert. Liebe Landwirte, macht die Augen auf!!!
Gibt es nicht andere Wege?
'unglaublich' ist das so? Aufrechterbürger – 05.02.10
Also, ganz so einfach ist das nun wirklich nicht.Schon gar nicht muss irgend jemand, der vor wenigen Jahren auf's Land zog, Sachen akzeptieren nur weil es auf dem Land schon immer so war.
Die Massentierhaltung / Schlachtung, so wie diese von Rotkötter und seinesgleichen praktiziert wird stammt aus der Steinzeit und muss keineswegs (mehr) so sein.
Wir zahlen an die Bauer unglaubliche Summen an Subvertionen u.a. auch dafür dass Flächen nicht bewirtschaftet werden!
Wieso eigentlich?
Warum verlangen wir von den Bauern, die gerne unsere Subventionsgelder (ohne Gegenleistung) einstreichen nicht eine Gegenleistung für unser Geld?
Die Massentierhaltung müsste nicht (mehr) zentralisiert werden und es muss auch keine konzentriert arbeitenden Geflügelgroß-schlachtereien geben, so wie es jetzt aktuell in Wietze (Kr. Celle) angedacht ist.
Die jenigen, die im Verborgenen ihre Pläne schmieden (Rotkötter u.a.) wissen dieses längst, lediglich der träge Verbraucher, der nicht bereit ist an sich zu 'arbeiten' meint offensichtlich immer noch, dass alles das, was uns die Politik 'verkaufen' will grundsätzlich richtig ist.
Ich rege an:
Das (kritische) Nachdenken vor das Handeln zu setzen!
Nachdenken hilft
Erst Mal 'deutsch' lernen? Aufrechterbürger – 05.02.10
Was soll denn diese Unüberlegtheit?Man (n)/frau muss keineswegs perfekt in Wort und Schrift sein, um sich(besorgt) zu äußern. Jedoch:
Dummschwäter (innen) gibt' s offensichtlich nicht nur in der Region Celle sondern wohl auch im Raum Peine, wie dem Kommentar zu entnehmen ist.
Was wir dringend benötigen ist das sachliche Gespräch, in dem beide Seiten ihre Bedenken sachlich vortragen. Allerdings sollte auch dem Lager der Befürworter allmählich klar sein, dass Gewinnmaximierung um jeden Preis uns am Ende allen schaden wird.
Die Biogasanlage kann Gas/Strom erzeugen!! Solscher – 05.02.10
Eine Überdüngung wird es wohl er nicht geben, da durch die Gülle und den Hühnermist auf den teuren umweltunfreundlicheren Kunstdünger verzichtet werden kann!!eine monokultur durch mais wird es auch nicht geben! die Landwirte sprechen von maximal 25% - 30% Mais auf den Flächen in der Umgebung...das ist von der Fruchtfolge mehr als vertretbar!!
Wenn der endverbraucher mal bereit wäre mehr für Getreide zu zahlen, dann wären die Landwirte vll. auch nicht ganz so schnell mit dem maisanbau, aber bei z.Z. 11€/dz für Weizen würde ich auch nicht lange überlegen!!
Was kann die Biogas-Anlage? Kerry – 05.02.10
Großflächige Bebauungen, Mast, Mais und Fernverkehr – Was soll das alles?Das kommt einem Wettrüsten unter den Landwirten gleich. Jeder will der Beste sein.
Möglich, das die Biogas-Anlage auch Hühnerkot schluckt. Es gibt sie, die Hühnermist, Gülle, sowie Mais- und Gras-Silage in Strom, Wärme und Dünger umwandeln. Diese sind jedoch „etwas“ teurer und ich gehe davon aus, dass der Hühnerdung auf Äcker und Felder ausgebracht wird. Hinzu kommt Rinder- und Schweinegülle? Die Landluft landet in unserer Nase und die Überdüngung / Hypermedikamentation in unseren Lebensmitteln.
Außerdem sind Monokulturen jeder Art krankheitsanfälliger. Auch wenn mit Pestiziden, Herbiziden, Hormonfutter, Desinfektionsduschen, usw. solches verhindert werden soll.
Je billiger das Fleisch, desto weniger Qualität, desto mehr wende ich mich davon ab. Wenn kein Billigfleisch angeboten wird, dann wird auch das teurere gekauft.
unglaublich Solscher – 05.02.10
Mann mann, wer aufs Land zieht muss auch damit leben, wenn morgens um 6h der Hahn kräht und die Landwirte Ihrer arbeit nachgehen...und wenn die Einkümpfte dort nicht mehr reichen, weil einige leute nicht bereit sidn mehr für die Erzeugnisse zu zahlen, dann muss man halt auch eine Hähnchenmastnalage akzeptieren!Akw´s und kohlekraftwerke sollen abgeschaltet werden...und wo kommt der strom her?? Achja, ich vergas, der kommt ja nur aus der steckdose, genau wie die milch aus dem Aldiregal!!
wenn du erst vor drei Jahren hergezogen bist, dann kannste ja auch wieder gehen wenns dir nicht gefällt...zwingt dich keiner hirzubleiben...
in dem sinne, munter bleiben
Deutsch Einer aus Solschen – 05.02.10
Erst einmal Deutsch Lernen dann ein Kommentar abgeben...Solschen Ebenfalls aus Solschen – 05.02.10
Solange es halt Strom aus der Steckdose gibt, die AKW´s woanders ein bisschen länger laufen, dass billige Fleisch bei Aldi in der Kühltheke liegt, brauchen wir uns doch keine Gedanken machen. Das Problem der Logistik sollte sauber gelöst werden. Der Besitzer der Hühnermast wohnt mit seiner Familie im gleichen Ort.Seid nicht Blind Einer aus Solschen. – 05.02.10
Was soll der Mist??? Das ist nur Großes Gerede und nachhin ein bringt es doch nichts. Ich wohne ich jetzt seid fast 3 Jahre, weil ich gedacht habe Landluft tut auch mal ein bisschen gut und jetzt??? Mastanlage und der Andere Schrott. Nein Danke habe hier keinen Boch mehr. Es gibt auch schönere Geimenden die nicht so denken wie IHR