Der Schatz vom Dachboden: Mehr als hundert Jahre alt ist die Fahne, die Schulleiter Holger Skremm (links) und Carsten Liebner vom Förderverein in den Händen halten. Das Foto oben zeigt die Kinder, die 1952 als erste in die neue Kreismittelschule eingeschult wurden.
Hohenhameln. Älter als hundert Jahre ist das älteste Fundstück. Es handelt sich um eine Fahne aus dickem, weichen, glänzenden Stoff, die Schulleiter Holger Skremm in einer staubigen Ecke auf dem Dachboden der Schule gefunden hat. „Privat-Schule Hohenhameln, gegründet 1909“ steht darauf. Und auf der Rückseite eine Mahnung an die Kinder: „Ohne Fleiß kein Preis“.
In ihrer heutigen Form wurde die Hohenhamelner Realschule zu Ostern 1952 gegründet, diesen Frühling feiert sie ihr 60-jähriges Bestehen. „Kreismittelschule“ hieß sie damals, und die Schüler von einst sind inzwischen Rentner. „Vielleicht besuchen heute schon ihre Enkel die Realschule – also die dritte Generation von Schülern“, sagt Carsten Liebner, der Vorsitzende des Fördervereins.
In all der Zeit hat sich die Schule stark gewandelt. Als 1952 die ersten Kinder eingeschult wurden – eine fünfte und eine sechste Klasse – teilten sich ganze 40 Schüler einen Klassenraum, und man hatte noch Schulgeld zu zahlen: Zwölf Mark pro Monat, so steht es in einer alten Chronik.
Liebner und Skremm haben etliche solcher Dokumente gesammelt: Darunter sind handschriftliche Protokolle von Klassenfahrten, mit denen die Schüler in Schönschrift ganze Bücher füllten, Fotos von der ersten Einschulung im Jahr 1952 und vom ersten Abschluss-Jahrgang 1957.
Morgen werden die gesammelten Werke zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Das Ehemaligen-Treffen, das der Förderverein zum 25. Mal organisiert, wird deshalb nicht nur eine fröhliche Feier, sondern auch eine Zeitreise durch die vergangenen Schuljahre.
Das Ehemaligen-Treffen beginnt morgen um 18 Uhr in der alten Pausenhalle der Schule.
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Die Geschichtsforschung steht erst am Anfang: „Wir haben in irgendwelchen Schränken Fotos gefunden, die leider nicht beschriftet sind“, sagt Schulleiter Holger Skremm.
Ehemalige Schüler könnten helfen, die Bilder zuzuordnen: „Vielleicht ist morgen beim Treffen ja jemand dabei, der sagt: Das war meine Klasse“, sagt Liebner. Er sammelt zudem noch weitere historische Dokumente: „Die können morgen gern mitgebracht werden“.
Liebner und Skremm wollen das Material archivieren und in einer Vitrine in der Schule ausstellen, damit es nicht wieder auf dem Dachboden verstaubt. Wer selbst ein Erinnerungsstück haben will, wird morgen ebenfalls fündig: „Wir verkaufen Jahrgangs-Chroniken und alte Schallplatten vom Schulchor“ sagt Liebner.
Mit dem Geld will der Förderverein eine Kletterwand für den Schulhof kaufen. Denn das ist seine eigentliche Aufgabe: Die Schüler von heute zu unterstützen.
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