„Let’s rock!“: Die Coverband Re-Play aus Hannover heizte am Abend ein.
Hohenhameln-Mehrum. Schon am frühen Nachmittag erinnerte der nicht enden wollende Zustrom von Familien mit Nachwuchs zu Fuß und in Kinderwagen- und Karren an eine fröhliche, gut gelaunte und bunte Völkerwanderung. Denn was war da bei der beliebten jährlichen Familien-Großveranstaltung „Summertime on tour“ – in diesem Jahr auf dem Gelände des Kraftwerks in Mehrum – an Attraktionen besonders für Kinder und jung gebliebene Erwachsene nicht alles vorbereitet: Der wirklich wunderbare Kinder- und Jugendzirkus Bunttropfen aus Hannover, Hüpfburgen, Kletterturm und Tischfußball, riesengroße Seifenblasen und, und, und …
Aber auch die Showbühne war trotz der energiegeladenen Sonne in trügerisch kühlem Wind ständig umlagert, denn wann sieht man seine Freunde und Verwandten schon mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Eltern strahlten ihre Sprösslinge an, die als Funkenmariechen in ihren schicken Karnevalsuniformen die Beine fliegen ließen, mit Querflöte und Trommeln um Nachwuchs für Spielmannszüge warben oder um Unterstützung für tänzerische Bewegungsspiele. Die Feuerwehr war für die „Open-Air-Action“ zuständig, demonstrierte beeindruckend die Gefährlichkeit explodierenden Fetts.
Wer redet nach tagelangem Regenwetter schon gern von Schatten – trotzdem: Letzterer war rar in den Nachmittagsstunden und fast nur unter den Sonnenschirmen Gastronomen und Getränke-Oasen zu ergattern. Kein Wunder, dass der Andrang dort ebenso rege war, wie der vor der Bühne und Erfrischungsgetränke mit und ohne Alkohol nur so sprudelten.
Zu Beginn des Abends erschienen die meist jüngeren Gäste sowohl in Erwartung zeitgenössischer Musikdarbietungen der Rockgruppe „Re-Play“ als auch des spannenden zweiten Durchgangs des Gesangswettbewerbs junger Talente. Neun Bewerberinnen hatten nämlich bereits am Nachmittag mit ihren Lied-Beiträgen um die Gunst von Jury und Publikum gekämpft – Sarah Morkowski (19), Simone Seidel (18), Lídia Deyerling-Baier (18) und Johanna Muuß (18) hatten es in die Endausscheidung geschafft. Ende gut alles gut: Es gab keine Verlierer: Johanna Muuß gewann vom Publikum viel umjubelt die Teilnahme an einem einwöchigen Workshop an einer privaten Musical-Schule in Hamburg, die Kontrahentinnen, nicht weniger gefeiert, einen entsprechenden Wochenendkurs in Hannover.
Als Stimmungskanone entpuppte sich auch die Rock-Kapelle „Re-Play“ mit enthemmter Geräuschkulisse, präsentierte Höhepunkte populärer Unterhaltungsmusik der vergangenen 30 Jahre und erfüllte auch gerne den Musikwunsch von PAZ-Chefredakteur und Ex-„Easy-Rider“ Jörg Schmidt: „Born to be wild“. Die Stimmung entwickelte sich stetig, bei grellem Rampenlicht und dezenter Illumination des Kraftwerksgeländes – und fast unbemerkt – einem friedlichen Sternenhimmel.
Ulrich Jaschek
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