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Hohenhameln

Landkreis will mit Biowärme Geld sparen

Der Abschied vom Erdgas rückt im Hohenhamelner Schulzentrum und im benachbarten Altenheim in greifbare Nähe. Beide werden künftig mit der Abwärme der neuen Biogas-Anlage beheizt. Die Umstellung soll bares Geld sparen – technische Probleme verzögern den Umbau allerdings.
Die Biogas-Anlage zwischen Harber und Hohenhameln ist derzeit im Probelauf. Ihre Abwärme soll irgendwann das Schulzentrum heizen – dafür fehlt aber noch ein Bauteil.

Die Biogas-Anlage zwischen Harber und Hohenhameln ist derzeit im Probelauf. Ihre Abwärme soll irgendwann das Schulzentrum heizen – dafür fehlt aber noch ein Bauteil.

© cb, A

Hohenhameln. Nach vier Wochen Probelauf ist Carsten Bartels zufrieden: In der Biogas-Anlage, die der Landwirt und seine Mitstreiter bei Harber gebaut haben, läuft alles wie geplant. Kurz vor Silvester sei der erste Strom ins Netz eingespeist worden, sagt Bartels. Auf Höchstleistung läuft die Anlage aber noch lange nicht: „Das ist nicht wie eine Glühbirne, die man einfach anknipsen kann“, sagt Bartels. „Sie wird ganz langsam hochgefahren, das dauert drei bis vier Monate.“

Voraussichtlich ab Ende März wird die Anlage genug Strom für rund 1700 Drei-Personen-Haushalte erzeugen.

Auch das Hohenhamelner Schulzentrum und das Altenheim sollen von der Biogas-Anlage profitieren. Wenn im Blockheizkraftwerk Gas verbrannt wird, um Strom zu erzeugen, entsteht auch Abwärme. Die soll nicht einfach ungenutzt bleiben, sondern Wasser erhitzen, das in dick isolierten, unterirdischen Rohren einige hundert Meter bis zum Schulzentrum fließt und dort die Klassenzimmer warm hält.

Noch funktioniert das aber nicht, weil ein Bauteil fehlt: Laut Bartels muss in der Heizzentrale des Schulzentrums noch ein Wärmetauscher installiert werden. Zudem müssten weitere Rohre unter der Erde verlegt werden, damit das warme Wasser auch im benachbarten Seniorenzentrum ankommt.

Mit der Umstellung auf Biogas könnte der Landkreis als Träger der Schule bares Geld sparen. Bisher wird das Gebäude mit Erdgas geheizt, etwa 2,2 Millionen Kilowattstunden wurden im Jahr 2010 verbraucht – das kostete etwa 150 000 Euro. „Davon werden mindestens 80 Prozent durch die Biowärme ersetzt“, sagt Achim Voß vom Energiemanagement des Landkreises.

Zwar müsse die Biowärme auch bezahlt werden – langfristig sei sie aber billiger als Erdgas, glaubt Voß. „Öl und Gas werden knapp, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Hauptanliegen des Landkreises sei zwar gewesen, Kohlendioxid einzusparen. „Aber wir gehen davon aus, dass wir auch finanziell etwas sparen – vielleicht 10 000 Euro im Jahr“, schätzt Voß.

sur


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