Rolf Kreye: Hat er zu wenig gesagt?
Hildesheim. 5000 Quadratmeter zum Schnäppchenpreis: Etwa 130000 Euro hat der Betreiber eines Hohenhamelner Seniorenheims für sein Nachbargrundstück bezahlt, um dort eine Anlage für betreutes Wohnen zu errichten. Problem: Der Boden ist mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen verseucht – die stehen im Verdacht, Krebs zu erregen.
Bekannt gewesen ist, dass dort Rübenerde mit Pflanzenrückständen gelagert war. Daher auch der niedrige Kaufpreis. Gestern vor dem Hildesheimer Landgericht ging es indes um knapp 270000 Euro – so hoch ist der Streitwert. Auf dem Gelände stand ein mit Pilzen verseuchtes Kindergarten-Gebäude, das die neuen Eigentümer abreißen lassen mussten. Dazu kommen Anwaltskosten und Ausgaben für weitere Gutachten.
Die Betreiber des Seniorenheims fühlen sich vom ehemaligen Hohenhamelner Bürgermeister Rolf Kreye (parteilos) übers Ohr gehauen. „Denn die Verseuchung mit den krebserregenden Stoffen ist beim Grundstückskauf im Jahr 2000 verschwiegen worden“, sagt Kläger-Anwalt Johann-Heinrich Bremer. Im Raum steht zudem der Vorwurf, dass Kreye mit Vorsatz gehandelt hat. Der Ex-Bürgermeister ist vom Gericht zwar als Zeuge geladen gewesen, musste aber nicht aussagen. Die Gemeinde Hohenhameln argumentiert, ein Gutachten mit dem Hinweis auf die Kohlenwasserstoffe sei bekannt gewesen.
Hohenhamelns Bürgermeister Lutz Erwig (SPD) wollte sich gestern nicht zu dem Verfahren äußern. Das Urteil soll am 17. März bekannt gegeben werden.
pif
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