Einmal um die halbe Welt: Katharina Gläsner aus Clauen sucht derzeit Gastfamilien, die für vier Wochen einen japanischen Schüler bei sich aufnehmen möchten.
Hohenhameln-Clauen. Unterrichtsräume, Verpflegung und Unterkunft – all das muss Katharina Gläsner in den nächsten Wochen und Monaten für die japanischen Gäste organisieren. Dabei ist die 17-Jährige selbst noch Schülerin, sie besucht die elfte Klasse eines Hildesheimer Gymnasiums. Zwischen Hausaufgaben, Schreiben für die Abi-Zeitung und ihrem Amt als Jahrgangssprecherin organisiert sie im Auftrag der Organisation „Youth for Understanding“, in Deutsch „Jugend für gegenseitiges Verstehen“ einen vierwöchigen Sprach- und Orientierungskurs für Austauschschüler aus Fernost. Er soll die Jugendlichen auf ein Schuljahr in Deutschland vorbereiten.
Vom 23. Juli bis zum 21. August bleiben die Gäste in Hohenhameln. Die meisten von ihnen werden nach vier Wochen wieder abreisen – zu einer Gastfamilie irgendwo in Deutschland. „Wer will, kann seinen Japaner aber auch behalten“, sagt Gläsner schmunzelnd. Allerdings müsse das schon entschieden werden, bevor sie in Deutschland ankommen.
Wie sich Schüler allein in einem fremden Land fühlen, weiß Gläsner – vor einem Jahr war sie selbst als Austauschschülerin in Florida. Eine gute Gastfamilie sollte den Gast „so weit wie möglich wie ein eigenes Kind behandeln“, sagt sie. Schließlich seien die Austauschschüler weder Hotelgäste noch Haushaltshilfen.
Laut Gläsner ist es aber nicht leicht, Gasteltern für Schüler aus Japan zu finden. Amerikaner beispielsweise seien leichter zu vermitteln. „Viele trauen sich nicht, weil sie denken, der Kulturunterschied ist zu groß“, sagt sie. Doch für Gläsner ist es gerade das, was den Reiz ausmacht: „Man lernt eine völlig andere Kultur kennen, ohne auch nur sein Haus zu verlassen“, sagt sie. Sie wird ihr Zimmer im Sommer für vier Wochen mit einer Japanerin teilen.
So läuft der Austausch ab
Bis zum 1. Mai können sich potenzielle Gastfamilien bei Katharina Gläsner melden – auch Alleinerziehende oder kinderlose Paare sind willkommen. In Hohenhameln müssen die Gasteltern nicht wohnen. Allerdings muss der Ort in einer Dreiviertelstunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.