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Biogas-Anlage

Dicke Luft in Mehrum

Kraftwerk, Kompostwerk, Biogas-Anlage und Hähnchenmast-Stall – angesichts der Mehrfachbelastung fürchten viele Mehrumer buchstäblich um die Luft zum Atmen.
Auch über die geplante Biogasanlage im Industriegebiet Ackerköpfe – hier eine ähnliche Anlage – erregen sich Bürger.

Auch über die geplante Biogasanlage im Industriegebiet Ackerköpfe – hier eine ähnliche Anlage – erregen sich Bürger.

© Privat

Hohenhameln-Mehrum. An vielen Orten im Peiner Land regt sich Widerstand gegen geplante Hähnchenmast-Ställe. Doch für viele Mehrumer sind diese Pläne nur ein Problem von vielen: Gleichzeitig soll in der Nachbarschaft des Ortes eine Biogas-Anlage entstehen. Hinzu kommen noch Belastungen durch das nahe Kraftwerk und das Kompostwerk.

Auf der anderen Seite stellen die geplanten Anlagen für die Gemeinde und die Landwirte der Region erhebliche Mehreinnahmen in Aussicht. Auf der Gemeindeversammlung in Mehrum machten einige Bürger ihrem Ärger Luft. Es waren sogar Gäste aus Hämelerwald und Wolfenbüttel anwesend, um sich über Einzelheiten der Bauvorhaben zu informieren.

Allerdings wurden sie von Ortsbürgermeister Winfried Selke (SPD) gebeten, die Versammlung zu verlassen. Bei der Peiner Allgemeinen Zeitung gehen immer mehr Leserbriefe ein, die sich mit den Anlagen um Mehrum befassen.
Wie Kreisbaurat Wolfgang Gemba mitteilte, stehe der Genehmigung des Hähnchenmast-Stalls grundsätzlich nichts im Wege. Die Antragssteller müssten nur noch fehlende Unterlagen einreichen.

Die Biogas-Anlage soll laut der bayrischen Betreiberfirma Schmack Biogas spätestens im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Auf 6,3 Hektar werden dann jedes Jahr 66 000 Tonnen Silage, Mais und Zuckerrüben vergoren. Die Rohstoffe sollen von Landwirten aus der Region angeliefert werden. „Laut Schmack Biogas entsteht dadurch kein zusätzlicher Verkehr. Aber wie kommen 66 000 Tonnen Rohstoffe ohne zusätzlichen Verkehr zur Biogasanlage?“, fragt Wolfgang Jürgen aus Adolfshof.

Die Antwort gibt Gemeindebürgermeister Lutz Erwig (SPD): „Die Ackerflächen werden im Moment auch bebaut und die angebauten Rohstoffe abtransportiert. Die wesentliche Veränderung wird in einer Änderung der Verkehrswege bestehen.“ Aller Voraussicht nach werden sich diese Wege dann vor der Biogas-Anlage bündeln.

André Ziegenmeyer


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