Nadja Schneider und Timo Schrul aus der 6b üben im Computerraum der Realschule Hohenhameln.
Hohenhameln. Dahinter verbirgt sich ein Internetportal, bei dem Schüler ihre Hausaufgaben online erledigen. Am Ende bekommt der Lehrer in seinem Zugang eine detaillierte Statistik präsentiert. Sie zeigt ihm nicht nur, wie viele Schüler eine Aufgabe gelöst haben. Er kann auch sehen, welche Zeit sie gebraucht haben und wo Fehler gemacht wurden. Das helfe bei der Planung der nächsten Unterrichtsstunde.
„Eine derart lückenlose Betreuung kann ich als Lehrer von 31 Schülern sonst nicht leisten“, sagt Gembus. Auch das Programm selbst unterstützt die Kinder: „Bei jedem Fehler gibt es sofort einen Hinweis. Diese schnelle Rückmeldung ist vor allem für schwächere Schüler toll“, erklärt Gembus.
In der Pilotphase richtet sich das Programm „bettermarks“ vor allem an die fünften und sechsten Klassen. Später soll es laut Hersteller die gesamte Schulmathematik umfassen. Die Nutzung ist für Schulen und Schüler kostenlos. Allerdings gibt es gebührenpflichtige Zusatzangebote, falls Eltern eine besondere Förderung ihres Kindes wünschen.
„Der Nachhilfemarkt boomt. Da versuchen auch die Online-Medien nachzuziehen. Oft geht es nicht mehr darum, von der Fünf wegzukommen, sondern an die Zwei oder die Eins heranzukommen“, sagt Gembus. „Die Arbeitsmarktsituation macht vielen Eltern Angst. Deshalb halten sie einen guten Abschluss für unbedingt notwendig.“
Für die bisherigen Erfahrungen mit „bettermarks“ zieht er eine positive Bilanz. Ob das Programm einen Ersatz für herkömmlichen Nachhilfe-Unterricht biete, hänge aber vom einzelnen Schüler ab: „Es setzt voraus, dass sich die Schüler selbstständig mit den angebotenen Erklärungstexten auseinandersetzen. Wenn Schüler es schaffen, so ihre Fehler selbst zu erkennen, dann ist ‚bettermarks‘ besser als jede Nachhilfe. Allerdings ist jeder Schüler anders. Mancher braucht eben eine Person, der er Fragen stellen kann und die ihm Hilfestellung gibt.“
azi