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Wipshausen

„Wie in der DDR, wenn es Bananen gab!“

Die Postagentur in Wipshausen ist zu „und daran können wir vermutlich auch nichts mehr ändern“, sagen Thorsten Bock, Erhard Kadelbach und Eduard Mücke. „Aber man kann sich doch nicht alles gefallen lassen, man muss sich doch auch mal wehren!“
Mehr als 1700 Unterschriften haben Erhard Kadelbach, Thorsten Bock und Eduard Mücke (von links) schon gesammelt.

Mehr als 1700 Unterschriften haben Erhard Kadelbach, Thorsten Bock und Eduard Mücke (von links) schon gesammelt.

© wos

Edemissen-Wipshausen. Die drei Männer haben sich zu einer Initiative zusammengetan und sammeln Unterschriften gegen den Trend der Post, immer mehr Poststellen und -agenturen zu schließen. Mehr als 1700 Bürger haben bereits unterschrieben, mehrere Listen sind noch im Umlauf, „300 Unterschriften sind per Post unterwegs, wie uns telefonisch mitgeteilt wurde“, sagt Bock. „Wir sind begeistert von den Reaktionen der Menschen, die wir an Ständen in verschiedenen Städten und auch an der Haustür angesprochen haben“, sagt Thorsten Bock. Fast alle stimmten ihnen zu, der Unmut über die Post sei groß.

Zum einen sei es den Bürgern kaum zuzumuten, immer weitere Wege zurückzulegen. „Damit spart die Post zwar etwas ein, aber auf Kosten der Kunden. Die müssen nun weit fahren und Zeit und Geld investieren, um ihre Postgeschäfte zu erledigen“, kritisiert Mücke. Zum anderen ärgere es die Menschen, dass die Schlangen in den noch bestehenden Poststellen immer länger werden. „Man fühlt sich wie in der DDR, wenn es Bananen gab“, habe sich ein älterer Herr bei ihm beschwert, sagt Mücke.

Die drei Männer haben sich an die Peiner Vertreter im Bundestag gewandt. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der für den Wahlkreis Peine/Gifhorn im Bundestag sitzt, hat Unterstützung signalisiert. Er lässt derzeit prüfen, ob die durch die so genannte Postuniversaldienstleistungsverordnung gesetzlich vorgeschriebene Zahl von 12.000 Filialen überhaupt noch erreicht wird. Eine weitere Auflage ist, dass in allen Landkreisen pro 80 Quadratkilometer Fläche eine Filiale zu finden sein muss.

Für Freitag, 12. Juni, wurde jetzt mit Hubertus Heil ein Termin im Edemisser Rathaus vereinbart. Dann nimmt er die Unterschriften entgegen. „Es wäre natürlich schön, wenn bis dahin möglichst viele Menschen mit ihrer Unterschrift unser Anliegen unterstützen würden“, sagt Erhard Kadelbach.

Weitere Informationen gibt es bei Thorsten Bock unter der Telefonnummer 0175/ 9470166. Unterschriftenlisten können aus dem Internet heruntergeladen werden, bei Google das Stichwort „flächendeckende Post“ eingeben.

Kerstin Wosnitza


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