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Wehnsen

Seit 51 Jahren „schwarz“ am Start

Jetzt soll der blaue Fiat verkauft werden, sein Fahrer braucht ihn nicht mehr.

Jetzt soll der blaue Fiat verkauft werden, sein Fahrer braucht ihn nicht mehr.

© cb

Edemissen-Wehnsen. Verfolgung im Streifenwagen: Mit Vollgas und schleifender Kupplung fuhr ein 77-jähriger Peiner in Schlangenlinien über den Randstreifen der B 444 in Wehnsen und würgte beim Schalten in den vierten Gang den Motor ab. Seinen Führerschein konnte der Mann weder vorzeigen noch abgeben: Seit 51 Jahren besitzt er keine Fahrerlaubnis mehr.

„Ein Polizeibeamter der Station Edemissen war bei der Schulweg-Überwachung am vergangenen Sonnabend auf den 77-Jährigen aufmerksam geworden, weil dieser auf der Bundesstraße planlos umherlief“, sagte gestern Polizeisprecher Peter Rathai.

Von dem Beamten angesprochen, erklärte der Mann, dass er eine Bekannte im Ort besuchen wolle, aber nun nicht mehr wisse, wo sie wohne. Eine zufällig vorbeikommende Wehnserin kannte jedoch die Gesuchte und erklärte sich bereit, den Mann dort hinzuführen. Er sollte mit seinem Fiat hinter ihr herfahren. Der Mann stieg daraufhin in seinen Wagen ein und folgte der Frau.

Hierbei zeigte er jedoch eine so unsichere Fahrweise, dass der Polizeibeamte sofort die Verfolgung mit dem Streifenwagen aufnahm, um den Mann zu stoppen. Dieser war nämlich mit Vollgas und schleifender Kupplung in starken Schlangenlinien, wobei er auch mehrfach über den rechten Grünstreifen fuhr, hinter der Frau hergefahren.

Nach einer kurzen Strecke ging ihm jedoch der Motor aus, weil er den vierten Gang eingelegt hatte. Der Beamte konnte daraufhin zum Fahrzeug eilen und den Mann durch das Abziehen des Fahrzeugschlüssels an der Weiterfahrt hindern. „Der 77-Jährige gab an, dass er sich zwar aufgrund der heißen Witterung etwas schwindelig fühle, aber ansonsten seine Fahrweise für angemessen hielt“, sagte Rathai. Dem Mann wurde die Weiterfahrt untersagt.

Seinen Führerschein konnte er nicht vorlegen, er gab an, ihn zu Hause vergessen zu haben. Eine Überprüfung bei der Führerscheinstelle ergab dann jedoch ein überraschendes Ergebnis: Der 77-Jährige ist seit 1958 nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis – das bedeutet 51 Jahre Autofahren ohne Führerschein.

Der Polizist erklärte: „In den vergangenen Jahren ist er immer mal wieder wegen Fahren ohne Führerschein angetroffen worden.“ Bei einer Verurteilung 2006 wurde der Peiner bereits zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Als die Beamten den Mann zu einer Befragung aufsuchten, stand sein Fiat vor dessen Haus. An diesem war ein Zettel angebracht : „Zu verkaufen.“

„Somit scheint jetzt wohl doch das Ende einer langen Fahrzeit ohne Fahrerlaubnis angebrochen zu sein“, vermutete der Polizei-Sprecher. Welche Strafe der Mann zu erwarten hat, bleibe abzuwarten.

de


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