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Klein Oedesse

Geschichte des Kalibergbaus geht zu Ende

Die Geschichte von Klein Oedesse ist eng mit dem Kalibergbau verbunden.  Nun sollen die Schächte verfüllt werden (PAZ berichtete). Nach fast genau 100 Jahren findet dieses Kapitel damit seinen Abschluss.
Der Kalischacht Oedesse der Hannoverschen Kaliwerke AG auf einer Ansichtskarte um 1910. Der Blickwinkel ist aus Oelheim kommend auf der Landstraße in Richtung Abbensen.

Der Kalischacht Oedesse der Hannoverschen Kaliwerke AG auf einer Ansichtskarte um 1910. Der Blickwinkel ist aus Oelheim kommend auf der Landstraße in Richtung Abbensen.

Arbeit im Schacht (um 1910).  Der Steiger unten (mit Grubenlampe) gibt Anweisungen. Der Bergmann oben in der Mitte ist Fritz Vollrath aus Oedesse.

Arbeit im Schacht (um 1910).  Der Steiger unten (mit Grubenlampe) gibt Anweisungen. Der Bergmann oben in der Mitte ist Fritz Vollrath aus Oedesse.

Klein Oedesse. Auf den ersten Blick erinnert in Klein Oedesse nicht mehr viel an den Bergbau. Doch wenn man genauer hinschaut, lässt sich vieles entdecken, das damit zusammenhängt. Schon der Straßenname „Schachtweg“ deutet auf die Geschichte hin. Und auch eine Reihe von Gebäuden stammt aus der Zeit nach 1900, als der Kalibergbau vorangetrieben wurde. Die Häuser, die einst für die Arbeiter, den Direktor und das Labor errichtet wurden, sind noch vorhanden, ebenso einige Nebengebäude.

Im Wäldchen zwischen Klein Oedesse und Oelheim ist noch der Ausgang der ehemaligen Fördergrube zu erkennen, ein wenig davon entfernt die Abraumhalde. „Die Halde wird immer kleiner. Ältere Bürger wissen zu berichten, dass sie einst von Abbensen aus zu sehen war“, erklärt Oliver Völkening, der seit seiner Kindheit in Klein Oedesse wohnt.  Durch die Auswaschungen des Salzes ist ein seltenes Biotop entstanden, das unter Naturschutz steht. Hier wachsen unter anderem Strandhafer und Queller, die man sonst von Meeresküsten kennt.

„Die heutige Wohnbebauung stammt größtenteils aus den 1970er-Jahren, als in Klein Oedesse Bauland verkauft wurde“, sagt Völkening. Er ist bei der Gemeinde Edemissen für Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hat einen Erlebnispfad mit passendem Begleitheft initiiert.

Beides thematisiert neben dem Kalibergbau auch die Ölförderung, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Oelheim begann. In diesem Zusammenhang wurden auch große Mengen Wasser gefördert. Es hatte einen Salzgehalt von 13,5 Prozent und war damit reinste Sole, die für innerliche und äußerliche Anwendungen bestens geeignet war. So wurde Oelheim zum Badeort.

Oedesses Ortsbürgermeister Karl-Heinz Randt will unter Beteiligung von Realverband und Beregnungsverband eine Arbeitsgruppe einrichten, die die Verfüllung im Sinne der Bürger begleiten soll. „Mit dem Bergbau-Ingenieur Dirk Reppert haben wir in Oedesse einen Fachmann vor Ort, der die Gruppe leiten wird“, sagt Randt.

wos

  • Für Freitag, 24. Februar, ab 19 Uhr ist in der Mehrzweckhalle ein Dorfabend zum Thema geplant.

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