Die Ruine des abgebrannten Blumenhagener Bauernhauses am Tag nach dem Brand. Das gefrorene Löschwasser hat bizarre Eismuster gebildet.
Edemissen-Blumenhagen. Die Familie steht fassungslos vor dem ausgebrannten Haus, das zurzeit glücklicherweise unbewohnt war. Doch viele persönliche Dinge waren drin. Bilder, Dokumente und andere unersetzliche Erinnerungsstücke – alles ist ein Raub der Flammen geworden. „Reingehen und schauen, ob noch etwas zu retten ist, dürfen wir nicht. Wegen der Einsturzgefahr“, sagt der Sohn.
Er hatte vorgestern noch die sieben Rinder aus dem Stall retten können und sich dabei eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Gestern Nachmittag wurde er aus dem Klinikum entlassen. Die Tiere sind vorübergehend bei Bauern im Dorf untergebracht worden. Andere Nachbarn sind zur Brandstelle gekommen, trösten, bieten Hilfe an.
Der Hof ist bewirtschaftet, die Existenzgrundlage sei dahin, sagen die Eigentümer. Die teuren Maschinen waren zwar in einem Nebengebäude untergebracht, das von dem Brand nicht betroffen ist. Aber für den Betrieb werden Computer benötigt, die vom Feuer vernichtet wurden.
Ebenfalls vor Ort sind der Blumenhagener Ortsbrandmeister Heinrich Schmidt und andere Feuerwehrleute. Sie behalten die Brandstelle im Auge, am späten Nachmittag löschen sie noch einmal nach. „Wir hatten natürlich mit den extremen Bedingungen zu kämpfen“, sagt Schmidt. Alles sei vereist und die Kälte habe den Helfern schwer zu schaffen gemacht.
Ein ganzer Autoanhänger voll mit Schläuchen sei gestern zum Trocknen in die Feuerwehrtechnische Zentrale nach Peine gebracht worden. Abgeladen werden konnten sie allerdings noch nicht: Alles war gefroren. Jetzt werden die Schläuche dort in der Garage erst einmal aufgetaut.
Kerstin Wosnitza