Bleibt geschlossen: Vom Flugplatz in Eddesse wird vorerst kein Flieger mehr abheben.
Eddesse. Mit Bescheid vom 6. April wurde von der Niedersächsischen Verkehrsbehörde die Genehmigung zum Betrieb des Verkehrslandeplatzes widerrufen. Dagegen klagt die Besitzerin Sylvia Grassmann.
Da es bis zum abschließenden Prozess dauern kann, wollte sie vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig die aufschiebende Wirkung der Klage wiederherstellen. Dann hätte der Platz zumindest vorübergehend wieder genutzt werden können. Ohne Erfolg: Der Platz bleibt gesperrt.
Das Gericht begründet dies wie folgt: Die aufschiebende Wirkung einer Klage kann zwar wiederhergestellt werden. Dann muss aber das private Interesse des Antragstellers gegenüber dem öffentlichen Interesse überwiegen. Dem öffentlichen Interesse Vorrang einzuräumen ist dann, wenn die zugrunde liegende Klage offenbar keine Aussicht auf Erfolg hat. So sei es in diesem Fall.
Gegenüber dem angefochtenen Bescheid vom 6. April hat das Verwaltungsgericht keine Bedenken. Die Besitzerin des Flugplatzes ist 84 Jahre alt und nach Auffassung des Gerichts als alleinige Platzhalterin nicht in der Lage, die Pflichten eines Landeplatzbetreibers verantwortungsvoll wahrzunehmen.
Auch wenn sie ihre Rechte und Pflichten einem anderen überlässt, muss sie diesen überwachen und sicherstellen, dass die Aufgaben ordnungsgemäß wahrgenommen werden. Hierzu sei sie nach Ansicht des Verwaltungsgerichts, das sich auf mehrere Gutachten beruft, nicht in der Lage.
Die Söhne könnten allerdings eine Übertragung der Betriebsrechte auf einen von ihnen oder auf auch beide beantragen.
wos
Kommentare
Flugplatz Peine Eddesse matze – 08.10.10
http://www.youtube.com/watch?v=uS2kuGZlVBMWenn es um einen Golfplatz gehen würde??!! Wolle – 31.05.10
Wieder einmal Streit um einen Flugplatz. Was ist nur so schlimm daran, wenn eine Gruppe flugbegeisteter ihrem Hobby nach gehen. Wenn es Golfspieler oder Fussballer wären, hätte wohl keiner was dagegen. Die Jugend ist auf einem Flugplatz besser aufgehoben, als auf der Strasse. Hier können sie den Umgang mit vielen Werkstoffen lernen, physikalische Zusammenhänge und sogar das FLIEGEN.Na ja vorbei.. dann hängt lieber auf der Strasse rum..
Flugplatz Peine-Edesse Thomas Godehus – 28.05.10
Was für ein blödes, peinliches und dabei unnötiges Dilemma! Hier haben sich wirklich ALLE blamiert, alle haben nun den Ärger und niemand hat irgendeinen Nutzen davon, ausser vielleicht Richter und Beschäftigte des Verwaltungsgerichts, die sich eine Daseinsberechtigung liefern.Ich frage mich, warum der ansässige Fliegerclub, der de facto den Flugplatz schon lange betreibt, nicht vertrauenswürdig sein soll. Ich vermute mal, die beiden Söhne und Grassmann-Erben wollen viel lieber diese Liegenschaft, eine vielbewunderte Liebhaberei ihrer reichen und flugbegeisterten Eltern, als Bauland umwidmen und zu Geld machen. Der Privatflugplatz hat ja nie Geld verdienen müssen, hat für Familie Grassmann immer nur -nicht absetzbare- Kosten gemacht, wäre aber heute als potentielle Gewerbefläche viel Geld wert. So hat am Ende doch noch jemand etwas davon, wenn auch der Fliegerclub sich quasi enteignet fühlen wird, denn er und seine Mitglieder haben viel ehrenamtliche Freizeit in den Erhalt und Betrieb des Flugplatzes investiert. Salzgitter-Drütte ist eine Wiese dagegen. Edesse - Adè ?
Die Hoffnung sirbt zuletzt.
Schade drum DerFlieger – 28.05.10
Schade um den Flugplatz!Anstelle eines funktionierenden Flugplatzes hat die Gemeinde Edemissen jetzt eine Bauruine.
Mit jedem Tag der vergeht, wird eine Wiederbelebung dieses ehemaligen Kleinods unwahrscheinlicher und teurer.
Verwunderlich ist auch die Stellungnahme des Besitzers: Wer erst aus der Zeitung erfährt, wie es um den eigenen Flugplatz bestellt ist, hat irgend etwas falsch gemacht.