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Nord-Süd-Poststrecke Rietze

Expertengruppe informiert sich über Pilgerweg

Das kleine Rietze lag einst an einer viel genutzten Nord-Süd-Poststrecke. Und so geschah es im Jahre 1236, dass Abt Albert von Stade auf der Rückreise nach einer Audienz beim Papst in Rom unter anderem durch Rietze kam.
Die Expertenrunde mit ihren Gastgebern am Postkutschenstein bei Rietze.

Die Expertenrunde mit ihren Gastgebern am Postkutschenstein bei Rietze.

© wos

Rietze. Weil Abt Albert seine Reise ausführlich dokumentiert hat, ist der Bericht für viele Regionen entlang des Weges von besonderer Bedeutung. Sie ist oft die erste urkundlich nachweisbare Nennung uralter Straßenverbindungen.

Im Jahr 2007 regten Giovanni Caselli und Dr. Uwe Schott an, den Romweg des Abtes genauer zu erforschen und ihn als Rom-Pilgerstrecke „Via Romea“ als Europäischen Kulturweg anerkennen zu lassen.

In diesen Tagen ist eine Gruppe deutscher und italienischer Experten – darunter auch Caselli und Schott – unterwegs, um sich zu informieren. Gestern machten sie Station in Rietze.

Professor Dr. Gerhard Himmelmann führte sie zu einer Furt bei Rietze, die jahrhundertelang genutzt wurde, um auf der Reisestrecke die Erse zu überqueren. „Damals muss hier viel Betrieb gewesen sein. Die wichtigen Verkehrsverbindungen führten aus Sicherheitsgründen dicht an den Siedlungen vorbei“, weiß Himmelmann.

Wenn das Posthorn ertönte, habe alles von der Straße verschwinden müssen, um der Postkutsche eine schnelle Durchfahrt zu ermöglichen.

Zwischen 1804 und 1815 wurde dann eine schnurgerade Straße von Braunschweig nach Celle als Chaussee angelegt und als Celler Straße bezeichnet: die heutige Bundesstraße 214. Damit verlor die alte, unbequemere Strecke über Rietze ihre Bedeutung.

Zu der einst wichtigen Furt führt heute nur noch ein Trampelpfad durch den Wald. Dessen Eingang ist mit dem sogenannten Postkutschenstein gekennzeichnet, der an die einstige Bedeutung von Rietze erinnert.

wos


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