Schlüpfte in viele Rollen: Comedian Stephan Guddat trat im Kunsttreff Abbensen auf.
Edemissen-Abbensen. Wie gestaltet man einen Leseabend zu einem Buch, das es noch gar nicht gibt? Stephan Guddat will seinen Erfolgsroman „Ich bin dann mal dageblieben“ präsentieren. Einziges Problem: Er hat seine skandalösen Enthüllungen noch gar nicht zu Papier gebracht. Also überlegt er kurzerhand mit dem Publikum im Kunsttreff Abbensen, wie man einen Bestseller schreibt.
Als erstes braucht man ein spannendes Thema, das ist doch ganz einfach. Schwieriger ist es aber, dieses Thema zu finden. Vielleicht hilft ihm das Original-Wanderoutfit von Hape Kerkeling mit, in dem der ja immerhin die Grundlage für seinen Buch-Hit „Ich bin dann mal weg“ gelegt hat. Guddat hat es teuer im Internet ersteigert und zieht es auch gleich an. Nützen tut es allerdings nichts.
„Ein Tabubruch ist immer gut“, sagt sich Guddat mit Blick auf den Roman „Feuchtgebiete“. Doch die Suche nach einem passenden Tabu gestaltet sich schwierig. Wie wäre es zum Beispiel mit „Ich bin schon 38 Jahre alt und habe immer noch Akne“?
Gewürzt und ergänzt wird das Programm mit vielen Hits von Abba bis Jopi Heesters. Dabei singt Guddat live und ohne Verstärker, die Begleitmusik kommt vom Band. „Ich war noch niemals in New York“ wird ebenso vorgetragen wie „Ich brauche keine Millionen“ oder „The winner takes it all“. Pointiert und überspitzt bringt Guddat viele Dinge auf den Punkt, in schnellem Tempo jagt ein Gag den nächsten und dabei bleibt auch der Anspruch nicht auf der Strecke: Die etwa 40 Zuhörer erleben anspruchsvolle Unterhaltung irgendwo zwischen Comedy und Kabarett und sparen nicht mit Applaus.
wos