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Zerstörung von Lebensraum

Leserbrief Zerstörung von Lebensraum

Zum Artikel „Altes Krankenhausgelände: Hier werden vier Häuser mit 40 Wohnungen gebaut“ schreibt Professor Dr. Hans Oelke:

Die geplanten Luxusherbergen auf dem alten Krankenhausgelände werden von den Geldmachern angepriesen als allerbeste Wohnlage mit Anbindung an den Stadtwald Herzberg (zum Joggen), die guten Zufahrtsmöglichkeiten, die Tennishalle (zum Teil aber wüst und leer), die Naherholungsgebiete Herzberg, Barumer Moor und Eixer See. Völlig verschwiegen wird der Umweltpreis für die Nobelhäuser. Dafür wird der Lebensraum von mehr als 1000 Erdkröten, Teichmolchen, Grasfröschen bewusst vernichtet.

Schon jetzt stehen erstmalig außerhalb der Krötenlaichsaison Krötenzäune am Kammerwiesen-Rand zur Abwehr der nach dem Laichen zurückkehrenden Amphibien. Mit der schimpflichen Behauptung, es handele sich bei den Kröten um eine Teilpopulation, unterläuft die Naturschutz-Sektion im Landkreis Peine den gesetzlichen Schutz der Tiere (Bundesnaturschutzgesetz, Artenschutz). Umweltverbände, Naturschutzbeauftragter, die angeblich einst Grüne Umweltpartei, der eingeschaltene grüne Umweltminister (in Sachen Naturschutz ein schlafender Papierlöwe) liegen in Schreckstarre und lassen apathisch den Dingen ihren Lauf.

Die vor Jahren von R. Heuer, dem damaligen Leiter der Naturschutzbehörde, ins Spiel gebrachte Hilfslösung, an der nordwestlichen Ecke des Parkgeländes, Höhe Kammerwiesen einen Laichteich anzulegen, wurde verworfen, weil dafür kostbares Land und somit das dem Heiligtum Geld verloren ginge. Die im städtischen Bebauungsplan vorgesehene Hilfskonstruktion eines Kröten-Ersatzlebensraumes hinten in der Walachei bei Eixe ist bis heute nicht über einen Denkansatz hinaus gekommen.

Fazit: Die Kröten gehen mit dem Neubau komplett verloren, sind ja nur wenige. Mit dem gleichen Prinzip könnte der Schutz von Feldhamstern, Feldlerchen, Weißstörchen, Orchideen (siehe Meerdorfer Holz et cetera) jeder geschützten Tier- und Pflanzenart im Peiner Raum außer Kraft gesetzt werden. Die Krötenvernichtung ist amtlich gewollt. Von den Managern des Bauprojektes sollte zumindest eine gute Naturschutztat als Ausgleich der Natur-Zerstörungen erwartet werden. Zu Vorschlägen bin ich bereit.


Die unter dieser Rubrik veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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