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Nachdenken über „Südlink“

Leserbrief Nachdenken über „Südlink“

Zur Berichterstattung über die geplante Stromtrasse „Südlink“ schreibt Olaf Brokate aus Vöhrum.

In den letzten Tagen gab es eine ganze Reihe Medienberichte über die neue „Stromautobahn“. Schreckgespenster wurden an die Wand gemalt. Und auch über die Mehrkosten einer Erdverkabelung wurde diskutiert. Genau diese Diskussion wird bisher leider nur auf zwei Ebenen öffentlich geführt. Vom Netzbetreiber Tennet werden „Horrorsummen“ genannt. Und die Bürger? Anstatt das mal sachlich zu hinterfragen wird nur emotional mit dem Sankt Florian-Prinzip „überreagiert“. Ökostrom ja, aber nicht bei mir hinterm Garten. Beide Positionen können nicht richtig sein. Wer statt Atomstrom Ökostrom will, muss dafür auch die Erzeugung und den Transport akzeptieren. Aber wer eine Leitung zu bauen hat, darf sich die Argumentation auch nicht derart einfach machen. Da unterstelle ich, dass Tennet einfach versucht, Geld vom Staat zu kassieren und Kosten auf den Steuerzahler umzulegen, die sachlich nicht begründbar sind.

Was zu kurz kommt, ist ein transparenter Vergleich der tatsächlichen Gesamtkosten der Alternativen. Diese Kostenbetrachtung muss unbedingt einige wichtige Aspekte berücksichtigen. Das sind zum Beispiel: Ein geringerer Zeitaufwand für Planung und Verhandlungen bei Erdkabelverlegung und weniger Zeitverlust durch Bürgerproteste; kürzere Trassenführung bei Erdkabeln und Synergien durch Mitnutzung von vorhandener Infrastruktur (Autobahn oder ICE-Trasse); Folgekosten in der Wartung über den gesamten Lebenszyklus. Wenn diese Punkte in einem nachvollziehbaren Kostenvergleich berücksichtigt werden, kann erst eine Entscheidung für ein System und eine Trasse erfolgen. Dann macht auch eine echte Bürgerbeteiligung Sinn.

Die unter dieser Rubrik veröffentlichten Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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