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Zankapfel, Zwischenruf und Zweisamkeit

Lengede Zankapfel, Zwischenruf und Zweisamkeit

Lengede. Turbulente Ratssitzung, die Zweite: Gestern berichtete die PAZ über die kuriose Haushaltsentscheidung im Lengeder Gemeinderat - die CDU/FDP-Opposition stimmte gegen den Plan, obwohl sie das Zahlenwerk zuvor ausdrücklich gelobt hatte - heute folgt der zweite Teil der Berichterstattung. Und in der Haushaltsdebatte ging es wirklich heiß her. So heiß, dass sich Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD) sogar zu einem Zwischenruf hinreißen ließ.

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Heiß her ging es bei der Ratssitzung im Lengeder Rathaus – bei den Ehrungen kühlten sich dann die Gemüter ab. Das Foto zeigt (von links) Hans-Hermann Baas, Wolfgang Werner und Hans Jürgen Graune.

Es war die Haushaltsrede von Lengedes CDU-Chef Michael Kramer, die für einen regelrechten Eklat sorgte. Zunächst lobte der Woltwiescher mit bedächtiger Stimme den zur Abstimmung stehenden Haushaltsplan. Dann kam er auf den bei der Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen auf Ablehnung stoßenden Antrag für die Schaffung einer Seniorenbegegnungsstätte zu sprechen - und dabei hob sich seine Stimme schon etwas.

Aus diesem nicht ganz heiteren aber höchstens bedeckten Himmel heraus kramte Kramer dann plötzlich den alten Zankapfel „Gestaltungssatzung“ hervor und erntete lautstarken Unmut aus den Reihen von SPD und Verwaltung. Wie bereits in der sommerlichen Ratssitzung merkte der Christdemokrat an, dass diese Vorschriften für die Gestaltung von Neubauten anscheinend nicht für alle Bauherren gleichermaßen gelten würden. Der Neubau der Volksbank würde noch immer der vom Rat beschlossenen Gestaltungssatzung widersprechen, bis heute habe es aber keine Sanktionen gegeben. „Anscheinend wird hier mit zweierlei Maß gemessen“, sagte Kramer und schloss daraus: Man müsse ja fast überlegen, allen Bauherren in Lengede zu raten, die geltenden Vorschriften zu ignorieren.

Bei diesen Aussagen platzte Baas der Kragen. Mit einem lautstarken Zwischenruf im kollegialen „Du“ versuchte er Kramer in die Schranken zu weisen und sicherte sich nach den Ausführungen des Christdemokraten sofort das Wort - kam dabei jedoch zum förmlichen „Sie“ zurück. „Sie können doch Bauherren hier nicht auffordern, Gesetze zu brechen“, schnaubte der Verwaltungs-Chef und legte nach: „Es war doch die CDU, die auf eine Gestaltungssatzung gedrängt hatte. Die Verwaltung hatte darauf doch nur reagiert.“

Nach diesem beiderseitigen Temperamentsausbruch und einigen scharfen Angriffen von SPD-Ratsmitgliedern beruhigten sich die Gemüter dann jedoch wieder und Kramer betonte, dass es nicht seine Absicht war, zum Rechtsbruch aufzufordern. Und nach diesen beinahe tumultartigen Szenen wurde es dann doch noch weihnachtlich besinnlich bei der Sitzung.

In trauter Zweisamkeit wurden Sozialdemokrat Hans-Hermann Baas und Christdemokrat Hans Jürgen Graune für 40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Gemeinderat beziehungsweise Ortsrat geehrt. „Wir danken Ihnen, dass sie sich so lange Jahre für das Wohl der Bürger eingesetzt haben“, sagte SPD-Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Werner in seiner ausführlichen Dankesrede. Er erinnerte daran, dass es früher in Lengede guter Brauch war, sich auch nach hitzigen Debatten im Anschluss an die Sitzung noch auf ein Glas Wein zu treffen. „Gerade heute wäre es doch schön, wenn wir diese Tradition wieder aufleben lassen könnten“, erklärte er und erntete von allen Fraktionen großen Beifall.

mu

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