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Wilhelm Appens: Aktuelle Bücher geben Infos und ermöglichen weitere Recherchen

Lengede Wilhelm Appens: Aktuelle Bücher geben Infos und ermöglichen weitere Recherchen

Lengede. „Ich versuche seit 2006, Dr. Wilhelm Appens bekannt zu machen“, sagt der Lengeder Orts-Chronist Werner Cleve, der schon zahlreiche wissenswerte Fakten über den Lengeder Autor und Sozialdemokraten zusammengetragen hat (PAZ berichtete). Nun hat Cleve die neuesten Erkenntnisse seiner Nachforschungen präsentiert. Er stieß bei seinen Recherchen zu dem 1877 geborenen Autoren auf interessante wissenschaftliche Quellen. Cleves Recherchen reichten dabei bis ins Archiv der französischen Stadt Charleville-Mézières.

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Orts-Chronist Werner Cleve mit den beiden Büchern. Die historischen Aufnahmen rechts zeigen Dr. Wilhelm Appens - im unteren Foto mit seiner Mutter.

Dort erhielt er Informationen zum Appens-Bestseller „Charleville“, in dem dieser die Kriegsgeschehnisse während des Ersten Weltkriegs schilderte und deutlich kritisierte. Damals habe es viele Gegner, aber auch viele Befürworter des Buches gegeben. In einem späteren Vorwort wurde Appens sogar mit Goethe verglichen. Es sei bisher schwierig gewesen, Quellen über Appens zu finden. Nun gibt es aber neue Informationen für den Hobby-Appens-Forscher.

Professor Dr. Benjamin Ziemann von der University of Sheffield in Großbritannien hat in zwei Büchern von 2012 und 2013 ausführlich über Appens geschrieben. Im Buch „Attitudes of war - Literatur und Film von Shakespeare bis Afghanistan“ schreibt Ziemann in einem Kapitel über zwei kriegskritische Bestseller der Weimarer Republik. Behandelt werden „Charleville“ von Appens und „Etappe Gent“ von Heinrich Wandt.

„Charleville“ zählte demnach zu einem der Bestseller der deutschen Literatur bis 1945. Sogar Kurt Tucholsky rief 1920 zum Lesen dieser „unerschöpflichen Schrift“ auf. 1930 wurde das Werk wegen seines kritischen Inhaltes verboten. „Das Buch passte nicht ins Weltbild“, so Cleve.

Auch Appens Engagement in der SPD bis zur Zwangsauflösung 1933 und die Mitgliedschaft in der „Deutschen Liga für Menschenrechte“ von 1920 bis 1932 zeige seine Zugehörigkeit zur Kriegsgegnerschaft. Ziemanns andere Publikation, „Gewalt im Ersten Weltkrieg“, gibt weitere Informationen über Appens, der 1947 in Lengede starb.

„Appens hat schon 1919 zur Völkerverständigung und zur deutsch-französischen Freundschaft aufgerufen“, erklärt der Orts-Chronist die Bedeutung des Lengeder Sohnes. Cleve will nun die zahlreichen Quellenangaben in den Büchern Ziemanns verfolgen und weitere Recherchen anstellen.

mea

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