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Wildschwein rast in Wintergarten

Broistedt Wildschwein rast in Wintergarten

„Das waren drei dumpfe Schläge, wie Explosionen.“ Else Becker aus Broistedt ist von der Wucht des ungebetenen Besuchs in ihrem Wintergarten am Wiesenweg noch ganz beeindruckt. Ein aufgeschrecktes Wildschwein war am Sonnabend durch die Glastür des Anbaus gerannt und hatte die Möbel umgeschmissen.

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Else und Günther Becker aus Broistedt stehen vor ihrer zerstörten Wintergartentür: Ein Wildschwein auf der Flucht, rammte die Glasscheibe bis sie zerplitterte und das Tier innen über Tisch und Bänke ging.

Quelle: Ralf Büchler

Lengede-Broistedt. Sonnabend, kurz nach 15 Uhr, Wiesenweg 13 in Broistedt: Dreimal kracht es im Wintergarten von Else und Günther Becker. Ihr erster Gedanke: Schüsse – „aber dafür war das Geräusch eigentlich zu dunkel“, sagt die 73-Jährige. „Die Küchenwand hat gewackelt, es hat sich angehört wie Sprengungen.“ Es sind aber auch keine Sprengungen, es ist ein Wildschwein im Wintergarten.

Türscheibe zerbricht

„Glasscherben sind geflogen, mein Mann Günther hat gleich aus dem Küchenfenster geschaut“, erzählt die Rentnerin. Der 76-jährige Günther Becker glaubt einen großen, schwarzen Hund gesehen zu haben, der schnell weg läuft, aber das Durcheinander in dem möblierten Wintergarten spricht eine andere Sprache: Wildschwein. „Die Scheibe der Tür ist zerbrochen, der Türgriff abgeflogen“, sagt Else Becker.
Das panische Wildschwein schmeißt Tische um, findet aber keinen anderen Fluchtweg, als den, durch des es auch ins Gebäude geraten ist: Also zurück durch die geborstene Glastür und weg über die Wiese am Ortsrand, die ans Haus der Beckers grenzt. Eine Blutspur im Schnee bleibt zurück, auch im Wintergarten und an der Tür findet sich Blut.

Jagdpächter sucht ab

Beckers alarmieren die Polizei, die nach Else Beckers Worten von einer „großen Treibjagd“ bei Broistedt spricht. Möglich also, dass das Tier auf der Flucht keinen anderen Ausweg mehr sah und deshalb durch die Glastür ins Haus stürzte. Das Wildschwein selbst ist verschwunden. „Wir haben es nicht mehr gesehen“, sagt Else Becker. Nach Polizeiangaben wurde ein Jäger mit Hund zur Nachsuche gerufen. Bis in die Dunkelheit hatte Jagdpächter Jörn Hundertmark am Sonntag die Gegend am Wiesenweg abgesucht und am Abend die Jagdnachbarn aus den angrenzenden Revier verständigt. Das Schwein war nicht gefunden worden, nur Spuren hatte es zunächst gegeben.

Es ist nicht das erste Mal, dass große Tiere unaufgefordert auf das Grundstück der Familie Becker gekommen sind: Seit knapp 50 Jahren wohnen sie am Wiesenweg, vor etwa zehn Jahren standen plötzlich drei Kühe auf dem Hof, die von der angrenzenden Weide ausgebrochen waren. „Wir hatten nur Angst um unser mit Platten verkleidetes Haus“, sagt die 73-Jährige, „aber es ist nichts passiert, sie haben sich nur auf dem Hof umgesehen und sind dann wieder gegangen.“

Michael Schröder

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