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„Wichtig, dass man vor Ort präsent ist“

Wendeburg - Interview mit Dr. Peter Tauber „Wichtig, dass man vor Ort präsent ist“

Wendeburg. Der CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber war am Wochenende zu Gast im Peiner Land (PAZ berichtete) und erläuterte in Wendeburg vor rund 80 Gästen unter anderem die Ideen zur Zukunft seiner Partei.

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Dr. Peter Tauber bei seinem Besuch in Wendeburg.

Quelle: im

Wendeburg. Mit der PAZ sprach der Christdemokrat über die Große Koalition, das „Phänomen der AfD“ und Hannover 96.

Herr Tauber, Generalsekretäre sind gemeinhin für die „Abteilung Attacke“ zuständig. Fällt das in einer Großen Koalition nicht schwer?

Ich kämpfe manchmal mit dem schweren Säbel. Mir ist das leichte Florett jedoch lieber. Generell gilt aber: Es darf nicht Streit um des Streites Willen sein, sondern es muss um die Sache gehen. Ich bin überzeugt, dass sich da die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an das Amt des Generalsekretärs auch deutlich verändert haben. Sie wollen niemanden, der einfach nur öffentlichkeitswirksam rumholzt. Außerdem muss ich als Generalsekretär auch sehr stark nach innen wirken: Ich hatte im vergangenen Jahr knapp 100 Termine in den Kreisverbänden, dieses Jahr werden es mindestens genauso viele. So wie jetzt bei den engagierten Freunden in Peine.

Was hat es damit auf sich?

Es ist wichtig, dass man vor Ort präsent ist, den Mitgliedern im ganzen Land erklärt, warum wir in Berlin was machen, und auch zuhört, wo der Schuh drückt. Denn wir arbeiten ja gerade im Zuge einer Parteireform daran, die CDU für 2017 und darüber hinaus gut aufzustellen. Da gehören organisatorische wie auch inhaltliche Fragen dazu. Und es ist wichtig, dass man dabei viel zuhört.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der Koalition? Was stört Sie am Koalitionspartner? Was muss aus Ihrer Sicht besser werden?

Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit in der Koalition. Dass es dabei im Alltag auch mal knirscht, ist doch völlig normal. Schließlich sind wir ein Zweckbündnis, keine Liebesheirat. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse stimmen. Und Deutschland ist unter Führung der CDU weiter auf Erfolgskurs: Wir haben im Bund ein Jahr früher als geplant einen Haushalt ohne neue Schulden erreicht, gleichzeitig schultern wir ein Investitionspaket von zehn Milliarden Euro, um Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Das ist die klare Handschrift der CDU. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel genießt zu Recht großes Ansehen dafür, wie sie in den außenpolitischen Krisen - Stichwort Ukraine und Euro - vermittelnd tätig ist und kraftvoll deutsche Interessen vertritt. Auch die Umfragen belegen ja, dass es eine große Zufriedenheit gibt. Das ist allerdings kein Grund zum Zurücklehnen, sondern spornt uns weiter an.

Wie sollten die etablierten Parteien mit den Phänomenen Pegida/AfD umgehen?

Pegida hat sich ja selbst zerlegt. Was mich an denen vor allem geärgert hat, war, dass sie den Eindruck erweckt haben, die Politik kümmere sich nicht. Das ist perfide, weil es einfach nicht stimmt. Man kann immer noch darüber streiten, ob die Politik die Probleme schnell genug löst, aber dass sich die Politik der Probleme nicht annehme, ist schlichtweg falsch. Und da kann ich auch für die allermeisten meiner Kollegen sprechen: Wir sind für die Anliegen und Probleme der Bürger immer ansprechbar. Es gilt aber, um mit Luther zu sprechen: Dem Volk sollte man schon aufs Maul schauen, aber das kann nicht heißen, ihm nach dem Mund zu reden. Das macht verantwortungsvolle Politik aus. Die AfD ist eine Herausforderung für alle Parteien, nicht nur für die CDU. Denn als klassische Protestpartei holt sie von überall her Stimmen.

Und was sollte man nun also tun?

Für uns ist ganz klar, wie wir mit der AfD umgehen: Wir wollen Wähler, die von uns zu denen gegangen sind, zurückholen. Aber es wird keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit der AfD geben. Auch alle Umfragen belegen, dass unsere Anhänger diesen Kurs klar unterstützen. Denn die AfD macht nur Schlagzeilen mit Zerrissenheit, internen Machtkämpfen und nationalistischen Tönen, denen dann wieder halbherzige Beschwichtigungsversuche folgen. Mit solchen Leuten kann man nun wirklich keine Politik für die Zukunft unseres Landes machen.

Abschließend zum Fußball: Wem drücken Sie in der Bundesliga die Daumen? Wie sehen Sie die Rolle von Hannover 96 und des VfL Wolfsburg?

Es ist ja kein Geheimnis, dass mein Herz für die Kickers Offenbach schlägt. Da gibt es mal mehr, mal weniger Grund zur Freude. Wobei wir uns am Mittwoch als letzter Viertligist im Wettbewerb um den DFB-Pokal sehr wacker geschlagen und es Mönchengladbach richtig schwer gemacht haben. Bei den niedersächsischen Clubs interessiert mich vor allem Hannover 96, weil ich dort früher selbst in der Jugendmannschaft gespielt habe. Dennoch muss man anerkennen, dass Wolfsburg eine bemerkenswerte Entwicklung gemacht hat und nicht umsonst der hartnäckigste Verfolger der Bayern ist.

Und was ist mit Eintracht Braunschweig? Schaffen die Löwen dieses Jahr noch den Aufstieg?

Zu einem möglichen Aufstieg von Braunschweig kann ich keine Vorhersage abgeben, ich bin ja nur CDU-Generalsekretär, und nicht das Orakel von Delphi.

Interview: Dr. Nicole Laskowski

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