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Wendeburger fürchtet Fracking im Kreis Peine

Wendeburg Wendeburger fürchtet Fracking im Kreis Peine

Wendeburg. David Widmayer aus Wendeburg ist besorgt: Er befürchtet Erdgasförderung mit der sogenannten Fracking-Technologie im Landkreis Peine.

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Eine Erdgas-Bohrstelle in Luenne bei Lingen.

Quelle: David Hecker

Hintergrund für seine Befürchtungen ist zum Beispiel das Feld Rautenberg auf dem die Firma RWE Dea laut Widmayer nach Kohlenwasserstoffen sucht. „Dieses Gebiet erstreckt sich von Braunschweig-Völkenrode bis weit nach Westen, und mittendrin befindet sich der Landkreis Peine“, erklärt der 58-Jährige, der Mitglied im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land ist.

Zwar sei nicht klar, dass die Firma dabei die umstrittene Fracking-Technologie einsetze, aber Widmayer gibt zu bedenken: „Man gibt nicht so viel Geld aus, um die Rechte zu erwerben, um dann nichts zu machen.“ Er glaubt vielmehr, dass die Firma das Gebiet hält, „bis sie weiß, wie es mit Fracking weitergeht.“

Während die Technologie in den USA - Widmayers Geburtsland - bereits ein viel diskutiertes Thema ist, werde es hierzulande nur wenig beachtet. „Ich bin eine Art Ein-Mann-Bürgerinitiative im Landkreis Peine, hier scheint es niemanden besonders zu interessieren.“

Dabei seien die Risiken des umstrittenen Verfahrens, bei dem enorme Wassermengen mit Chemikalien und Sand vermischt und unter sehr hohem Druck in Gas enthaltende Gesteinsschichten geleitet werden, noch gar nicht absehbar. „Es geht hier nicht nur ums Trinkwasser, sondern auch um das Grundwasser, das etwa in der Agrarwirtschaft verwendet wird“, betont der Wendeburger. „Wasser fließt, es lässt sich nicht eingrenzen.“

Auch wenn viele Gemeinden, darunter die Gemeinde Wendeburg, aber auch der Landkreis Peine, Resolutionen gegen Fracking verabschiedet haben - Widmayer reicht das nicht: „Die Frage ist, was auf Landes- und Bundesebene Wille ist.“ Er fordert daher eine Änderung des Bundesbergrechts sowie Umweltverträglichkeitsprüfungen. „Der Einsatz dieser Technologie muss aufgeschoben werden, bis klar und deutlich ist, dass sie sicher ist.“ Wissenschaftliche Studien aus den USA weisen laut Widmayer allerdings eine andere Tendenz auf: „Wir kennen gar nicht alle Chemikalien, die beim Fracking in den Boden eingeleitet werden.“ Stattdessen würden diese von den Gesellschaften als Betriebsgeheimnis gehütet, glaubt Widmayer und fordert: „Die müssen die Karten auf den Tisch legen.“ Als Panikmacher will sich der Wendeburger nicht verstanden wissen: „Aber mich interessiert, was mit meiner Umwelt passiert.“

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Hintergrund: Sprecher von RWE Dea: „Kein Fracking im Feld Rautenberg geplant“

 „Es sind keine Frackingarbeiten in der Konzession Rautenberg geplant“, erklärt der Pressesprecher der RWE Dea AG, Derek Mösche auf PAZ-Anfrage. Vier Flachbohrungen innerhalb des Feldes – aber außerhalb des Landkreises Peine – seien bereits abgeschlossen. „Mit ihnen sollten die physikalischen und chemischen Eigenschaften einer Gesteinsformation (Rhät) analysiert werden, um daraus Rückschlüsse zu ziehen, ob sich in diesem Gestein Kohlenwasserstoffe gebildet haben können“, so der Sprecher weiter. An den Orten der Bohrungen seien jedoch keine Kohlenwasserstoffe im Gestein zu erwarten. Die Bohrungen sollten zunächst einen ersten Einblick in die Gesteinszusammensetzung ermöglichen.

- Dem Landkreis Peine und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sind keine Anträge auf Probebohrungen oder Voruntersuchungen für das Fracking-Verfahren im Kreis Peine bekannt. Das teilten Kreissprecherin Katja Schröder und Björn Völlmar vom Geozentrum Hannover, auf PAZ-Nachfrage mit. Auch frühere Frac-Behandlungen im Kreis seien dem LBEG nicht bekannt. Völlmar bestätigt jedoch, dass die RWE Dea AG eine Aufsuchungserlaubnis auf Kohlenwasserstoffe für das Erlaubnisfeld Rautenberg besitzt. Diese Erlaubnis gewähre dem Inhaber das Recht, Bodenschätze aufsuchen zu dürfen. Sie dient dem Inhaber hauptsächlich als Ausschlussrecht gegenüber konkurrierenden Unternehmen, da allein der Erlaubnisinhaber dieses Recht für einen bestimmten Zeitraum und Rohstoff in dem Gebiet besitzt. Um zum Beispiel Bohrungen durchführen zu dürfen, benötigt der Inhaber weitere Genehmigungen wie etwa zugelassene Betriebspläne.

Seit den 50er-Jahren fördert laut LBEG die GdF Suez E & P Deutschland GmbH im Kreis Peine Erdgas. Die Erdgasfelder befinden sich rund um Oelheim und Eddesse. Derzeit fänden dort aber keine Erkundungsarbeiten statt, so Völlmar.

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