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Wendeburger Schmetterlingsexperte gelingt Totenkopfschwärmer-Zucht

Wendeburg Wendeburger Schmetterlingsexperte gelingt Totenkopfschwärmer-Zucht

Wendeburg. Er ist Langstreckenflieger, Verwandlungskünstler und ein wahrer Vielfraß: Doch der norddeutsche Winter macht dem größten heimischen Nachtfalter zu schaffen. Ob es dem Totenkopfschwärmer überhaupt gelingen kann, im Boden zu überwintern, wollte der Wendeburger Schmetterlings-Experte Horst-Günter Meier herausfinden.

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Der Totenkopfschwärmer nach der Verpuppung als Falter.

Quelle: oh

Dazu startete der 75-Jährige ein groß angelegtes Experiment: Er besorgte sich Raupen des Totenkopfschwärmers, die er in Terrarien im Keller hielt, bis sie sich verpuppten (PAZ berichtete). Anhand des Farbwechsels der vorher leuchtend gelben Raupe und der Schleimbildung auf der Haut, die es den Raupen ermöglicht, sich einzugraben, konnte Meier den richtigen Zeitpunkt gut abpassen, um die Insekten in größere Eimer mit Blumenerde umzusetzen und nach draußen in eine unbeheizte Holzhütte zu bringen.

„In der Literatur steht, dass sich die Raupen bis zu 50 Zentimeter tief in Kartoffelfelder eingraben, um zu überwintern“, erläutert der Experte. Nach zehn Tagen Warten hielt Meier es jedoch nicht mehr aus: „Wie ein Archäologe habe ich vorsichtig mit einem Teelöffel die Erde beiseite geschaufelt, um nachzugucken, wie tief sie sich eingegraben haben.“

Das Ergebnis: Alle drei Puppen lagen in lediglich acht Zentimetern Tiefe. Für Meier stand damit fest: „Ich musste sie reinholen, sonst wären sie gestorben, denn acht Zentimeter Frosttiefe sind bei uns gar nichts.“

Im warmen Terrarium schlüpften die Nachtfalter kurz hintereinander. Zum Fressen setzte ihnen der Schmetterlings-Experte einen mit Honigwasser benetzten Schwamm vor. „Ich habe nachts um 24 Uhr kontrolliert, ob sie auch Nahrung aufnehmen“, schildert Meier mit einem Lachen - und zu seinem Glück taten dies die Nachtfalter auch. Zu seiner großen Überraschung legten sie nach drei weiteren Tagen sogar Eier. „Es heißt eigentlich, dass die zweite Generation steril ist.“ Doch aufgrund der guten Fütterung konnten sich die Falter fortpflanzen.

„Die Zucht ist ein Riesenerfolg“, ist Meier begeistert. „Das ist noch nicht oft gelungen.“ Und auch die Frage der Überwinterung ist für ihn geklärt: „Man kann davon ausgehen, dass sie hier in Norddeutschland keine Chance haben.“ Wenn der Wanderfalter aus dem Mittelmeerraum hierher fliege, sei er zum Sterben verurteilt. Anders sieht es in Meiers Keller aus: Dort ist bereits die nächste Generation Raupen geschlüpft. Noch sind sie klein, aber in einigen Wochen werden sie mit einer Größe von etwa 14 Zentimetern ausgewachsen sein. „Jetzt ist nur die Frage, ob ich sie durchkriege“, sagt er. „Sie fressen mir die Haare vom Kopf.“

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