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Wahle ist das Dorf, in dem die Peitschen knallen

Nähe zu Vechelde ist Fluch und Segen Wahle ist das Dorf, in dem die Peitschen knallen

Treffpunkt zum anberaumten Termin mit Jörg Hollstamm, dem Ortsbürgermeister von Wahle, für den Dorfspaziergang ist der Maibaum am Ortsausgang in Richtung Vechelde. Der Maibaum ist nicht nur Treffpunkt, sondern auch direkt ein symbolischer Einstieg in die Informationen über das dörfliche Leben.

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Jörg Hollstamm am sogenannten „Zwinger“, einem bekannten Treffpunkt für Wahler.

Quelle: jaw

Wahle. „Hier findet jährlich unser Maibaumfest statt“, erklärt der SPD-Politiker. Einst wurde dabei das Aufstellen des Baums gefeiert, an dem auch die verschiedenen Vereinswappen hängen. „Seit zwei Jahren steht der Maibaum nun aber ganzjährig“, so der Ortsbürgermeister. Trotzdem treffen sich am Maifeiertag immer noch Mitglieder der Jungen Gesellschaft sowie Schaulustige und lassen die Peitschen knallen - ein fester und traditioneller Veranstaltungstermin der Vechelder Ortschaft. „Der Ortsrat hat jetzt dafür auch extra neue Peitschen angeschafft“, sagt Hollstamm.

In Richtung Vechelde liegt die „Kuhle“, die vor allem bei älteren Einwohnern Erinnerungen an viele lustige Stunden weckt. „Früher haben hier unsere Volksfeste stattgefunden“, erklärt Hollstamm. Seit mehreren Jahren hat Wahle jedoch kein Volksfest mehr. Und damit kommt der Politiker zu einem Punkt, der für die Ortschaft Fluch und Segen zugleich darstelle: die unmittelbare Nähe zu Vechelde. „Die Infrastruktur in Vechelde ist absolut hervorragend und die Wahler können zu Fuß dorthin laufen“, sagt Hollstamm. „Allerdings gibt es dadurch wenig Organisationen, die ihren Schwerpunkt in Wahle haben.“

Doch ein generelles Problem für die dörfliche Gemeinschaft sehe Hollstamm dadurch nicht. „Es ist nicht so, dass Wahle nur ein ‚Schlafort‘ ist“, fasst er zusammen und zählt das Schweinepreis- und das Dorfpokalschießen des Schützenvereins „Freischütz Wahle“, den Dorf- und Abendbasar im Dorfgemeinschaftshaus und den Wahler Feuerwehr-Marsch auf.

Für den alten Dorfkern von Wahle wünscht sich Hollstamm einen Dorfentwicklungsplan. „Durch die vielen Neubaugebiete besteht die Gefahr, dass der Ortskern zu kurz kommt“, erläutert er den Hintergrund. Denkbar sei für Hollstamm etwa, einen Teil der Gewinne durch den Verkauf von Neubaugebieten in den Entwicklungsplan fließen zu lassen.

Von der allgemeinen Idee, in kleineren Ortschaften Lücken im Bebauungsplan zu schließen, halte er nicht viel. „Es ist doch schön, dass es solche grünen Inseln in Dörfern gibt, die den Ortscharakter prägen“, meint er.

Die Neubaugebiete sind in Wahle ein großes Thema. Erst vor kurzem wurde das letzte von 90 Häusern im Baugebiet „Auestraße“ fertiggestellt. Nun laufen bereits Überlegungen, hinter diesem Gebiet in Richtung Vechelade insgesamt über 100 weitere Bauplätze zu schaffen. Der Aufstellungsbeschluss soll demnächst gefasst werden. Der Ortsrat sei dazu geteilter Meinung, so Hollstamm.

Im Zuge des aktuell fertiggestellten Neubaugebiets wurde auch ein Kindergarten an der Auestraße gebaut, und angrenzend ein großer Spielplatz, der sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit erfreut. Falls das nächste große Baugebiet realisiert werden sollte, komme noch ein weiterer Spielplatz hinzu.

Am Umspannwerk vorbei geht es zum Gesundbrunnen, dessen Geschichte bis in das Jahr 1618 zurückreicht und der damals für Bekanntheit des kleinen Ortes sorgte. Heute befindet sich nördlich des ursprünglichen Brunnenstandorts ein kleines Brunnenhaus, das der Heimat- und Kulturverein immer wieder für seine Veranstaltungen nutzt.

„Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre das ein Festplatz rund 100 Meter hinter dem Dorf“, sagt Hollstamm zum Schluss. Dadurch wäre dem dörflichen Leben in Wahle ein großer Gefallen getan, denn „es geht darum, dass wir trotz der Nähe zu Vechelde und Braunschweig mit den damit verbundenen großen Vorteilen unseren dörflichen Charakter nicht verlieren.“

 jaw

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