Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
„Verbandsgemeinde bietet nur Scheinselbstständigkeit für Vechelde“

Vechelde/Wendeburg „Verbandsgemeinde bietet nur Scheinselbstständigkeit für Vechelde“

Vechelde/Wendeburg. Für einigen Wirbel haben in der Fusionsdebatte die Vorschläge aus Braunschweig und Salzgitter zur gesorgt, umliegende Kommunen einzugemeinden. Die PAZ sprach darüber mit den Bürgermeistern der Gemeinde Vechelde, Hartmut Marotz, und Wendeburg, Gerd Albrecht.

Voriger Artikel
Aueschüler übten mit Phantoms-Trainern Basketball
Nächster Artikel
356 aktive Feuerwehrleute in der Gemeinde Wendeburg

Um Uhrzeigersinn von links: Die Rathäuser in Braunschweig, Wendeburg und Vechelde.

Quelle: A

Vechelde

Als „auf tönernen Füßen argumentierte Machtpläne“ bezeichnet Vecheldes Bürgermeister Hartmut Marotz (SPD) die von den Oberbürgermeistern Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) und Frank Klingebiel (Salzgitter, beide CDU) vorgebrachten Neuordnungsideen. „Es handelt sich um aus den jeweiligen Städten heraus bewegte Interessensbekundungen“, so Marotz. Als Ziel seiner Pläne führe der Braunschweiger Oberbürgermeister die zu geringe Gebietsfläche des Stadtgebietes für Industrie- und Gewerbeansiedlungen an, doch dieses Argument müsse vom Landesgesetzgeber hinterfragt werden. „Inwieweit die Gemeinde Vechelde dort zur Flächenerweiterung beitragen kann, ist meines Erachtens fraglich“, sagt der Vechelder Bürgermeister.

Dabei wäre die Gemeinde durchaus bereit, Braunschweig hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten zu unterstützen: „Mit einem gemeinsamen Gewerbegebiet, vielleicht zwischen Timmerlah und Groß Gleidingen“, so Marotz. Dazu bedürfe es aber keiner Eingemeindung. „Die Gemeinde Vechelde hat überhaupt keine Notwendigkeit, ihre Selbstständigkeit infrage zu stellen“, betont er und verweist auf die örtliche Verbundenheit der Einwohner und die Leistungsfähigkeit der Gemeinde, die der Braunschweiger in nichts nachstehe.

Auch das Stadtverbandmodell Hoffmanns, das Marotz als „Übergang zu einem Eingemeindungszustand“ betrachtet, lehnt er ab: „Die Verbandsgemeinde bietet nur noch eine Scheinselbstständigkeit der Gemeinde Vechelde.“ Nach dem Vorschlag Hoffmanns solle die Gemeinde die Flächennutzungsplanung abgeben, womit sie ihre Planungshoheit, ein wesentliches Element der Selbstverwaltung, verlieren würde. Zudem solle im Vechelder Rathaus der Stadt unterstelltes Personal beschäftigt werden, was bedeute, dass Vechelde auch in wesentlichen Teilen die Finanzhoheit genommen werden müsse.

Marotz begegnet den Vorschlägen mit einer anderen Idee: „Warum denkt die Stadt Salzgitter nicht darüber nach, mit dem Landkreis Peine zusammen eine zukunftsträchtige Kreislösung zu entwickeln, in der dann auch Vechelde eine angehörige Gemeinde sein könnte?“ Dazu müsste Salzgitter die Kreisfreiheit aufgeben.

In der Fusionsdebatte sieht der Vechelder Bürgermeister das Land gefordert: „Wir brauchen eine Fachkommission mit Leuten aus Wissenschaft und Praxis“, erklärt er. „Diese Fragen können nicht emotional und damit mit Bauchgefühl gelöst werden.“ Anhand einer daraus entstehenden Konzeption sollten die Bürger befragt werden.

Wendeburg

Auch Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht befürwortet eine Bürgerbefragung: „Wir haben hier bereits drei Bürgerversammlungen gemacht und sehen, wie groß der Informationsbedarf ist.“ Eine Verbindung mit dem Landkreis Hildesheim stoße in Wendeburg auf wenig Gegenliebe, alle Augen seien auf Braunschweig gerichtet. „Der überwiegende Teil der Bürger möchte aber die Selbstständigkeit erhalten“, lautet Albrechts Einschätzung. Demnach komme eine Eingemeindung - egal ob nach Braunschweig oder Salzgitter - nicht infrage.

Mit der zweiten vom Braunschweiger Oberbürgermeister vorgeschlagene Variante eines Stadtverbandsmodells habe dieser den Bürgern jedoch einen Ball zugespielt: „Er nimmt die Interessen der Gemeinden auf“, sagt der Wendeburger Verwaltungschef. „Wir hätten weiterhin die Planungs- und Finanzhoheit, die Beschlüsse werden in der Gemeinde gefasst.“ Demgegenüber gebe es aber auch Aufgaben, die an den Stadtverband abgegeben würden, etwa die Flächennutzungsplanung - die Voraussetzung, um einen Bebauungsplan aufzustellen - oder auch den Brandschutz.

„Es ist ein Kompromiss, der einen gewissen Erhalt der Selbstständigkeit beinhaltet“, fasst Albrecht zusammen. „Ich kann mir vorstellen, dass es aus emotionalen Gesichtspunkten für viele die bessere Lösung ist, als nach Hildesheim zu gehen.“

web

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Konzert für Schüler in Ilsede
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung