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Vechelder Wappen geht auf berühmte Braunschweiger Patrizierfamilie zurück

Vechelde Vechelder Wappen geht auf berühmte Braunschweiger Patrizierfamilie zurück

Vechelde. Ein gelber Schrägbalken mit drei stilisierten Rosen auf blauem Grund: So sieht das Wappen von Vechelde aus - das der Ortschaft und zugleich auch das der Gemeinde. „Dieses Wappen wurde nach heraldischen Maßstäben erarbeitet“, reagiert Bürgermeister Hartmut Marotz auf diesbezüglich in der PAZ geäußerte Zweifel. Wie Vechelde zu seinem Wappen kam, hat Ortsheimatpfleger Heinz Werner erforscht.

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Ortsheimatpfleger Heinz Werner hat die Geschichte des Vechelder Wappens erforscht.

Quelle: web

„Das Wappen lehnt sich - wenn auch farblich verändert - mit dem markanten Schrägbalken an das Wappen der Braunschweiger Patrizierfamilie ‚von Vechelde‘ an“, erklärt Werner. Diese Familie, die im 14. Jahrhundert erstmals Erwähnung fand, stammte ursprünglich aus Vechelde und hatte dort erheblichen Grundbesitz. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Hildesheim und Braunschweig habe sie jedoch ihre Besitztümer verkaufen müssen, um Lösegeld an das Stift Hildesheim zahlen zu können. Anschließend zog die Familie nach Braunschweig und Goslar.

„In Braunschweig gehörten die ‚von Vechelde‘ bald zu den angesehensten Patrizierfamilien“, berichtet Werner. „Sie waren Mitglieder der Gewandschneidergilde, auch Gildemeister sowie Fernhändler in Tuchen, Garnen und Leder.“ Darüber hinaus gehörten sie vielmals dem Rat der Stadt an und stellten Große und Kleine Bürgermeister.

Die wohl bedeutendste Persönlichkeit der Familie sei Hermann II. von Vechelde gewesen (1350 bis 1420). „Als Großer Bürgermeister führte er die Stadt Braunschweig in die Hanse zurück und brachte die Bürger dazu, mit einem Heeresbeitrag dem Herzogtum im siegreichen Krieg um Lüneburg zu helfen. Hermann II. wurde dafür zum Ritter geschlagen“, weiß der Ortsheimatpfleger.

Daraufhin habe Kaiser Sigismund der Familie am 2. August 1437 einen Wappenbrief mit Wappen und Ritterhelm ausgestellt. Es gebe Vermutungen, dass das Wappen selbst aber noch älter ist. Ein bedeutender Träger des Namens sei auch Tile III. von Vechelde gewesen, der von 1587 bis 1595 Kleiner Bürgermeister der Altstadt war. „Als Fernhändler innerhalb Europas war er sehr erfolgreich. Ein Porträt von ihm und seiner Gattin befand sich in Lemberg und ist heute im Königssitz Wawel in Krakau zu sehen.“ Auf dem Gemälde ist das Vechelder Wappen deutlich hervorgehoben. Auch der Ring am Finger von Tile zeigt den Dreirosen-Balken.

Aus dieser historischen Vorlage habe der Braunschweiger Oberstudiendirektor Wilhelm Krieg in den 1970er-Jahren das Wappen für Vechelde entwickelt, ergänzt Bürgermeister Marotz. „Es wurde von der staatlichen Denkmalbehörde ausdrücklich genehmigt.“

web

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