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Trübe Aussichten - auch für Störche

Wendeburg/Vechelde Trübe Aussichten - auch für Störche

Wendeburg . Ausgesprochen nass ist in diesem Jahr der Juni ausgefallen. Der viele Regen machte dabei nicht nur den Menschen zu schaffen, auch die Störche hatten darunter zu leiden. So sind in der Gemeinde Wendeburg mehrere Jungstörche aufgrund der Nässe gestorben, sagt Storchenbetreuer Georg Fiedler.

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Ein Weißstorch, aufgenommen zwischen Harvesse und Rüper.

Quelle: cb

„In Wendeburg am Hohen Hof sind zwei Jungtiere durch den Starkregen gestorben, und auch in Harvesse sind alle Jungtiere durch das nasskalte Wetter zu Tode gekommen“, bedauert er. Unbeschadet überstanden haben das Wetter damit nur ein Jungstorch in Wendeburg am Hohen Hof sowie zwei kleine Störche in Wendezelle.

„Mit dem nasskalten Wetter kommen sie nicht gut klar“, weiß der Storchenbetreuer aus Erfahrung. Wie gefährdet ein Storch dabei sei, hänge vom Alter ab. „Wenn sie ganz klein sind, sodass sie noch von den Eltern gewärmt werden können, haben sie die besten Überlebenschancen“, so Fiedler. Sind sie allerdings schon größer, können aber noch nicht durchgängig stehen, sei die Gefahr besonders groß.

Kalte Temperaturen ohne Nässe könnten die Jungtiere hingegen besser vertragen. „Aber das Hochwasser Ende Mai haben sie sehr schlecht verkraftet“, meint der Experte.

Zwar biete das nasse Wetter den Störchen auch Vorteile - etwa bei der Nahrungssuche. Regenwürmer, die auf dem Speiseplan der Vögel stehen, sind leicht zu finden. „Auf der anderen Seite sind aber auch viele Mäuse, eine Hauptnahrungsquelle der Störche, zugrunde gegangen.“

Auch in der Gemeinde Vechelde gab es Verluste beim Storchen-Nachwuchs, allerdings aus ganz anderen Gründen: Dort gab es Kämpfe zwischen den Störchen. „Das angestammte Männchen ist verspätet angekommen, hat seinen Konkurrenten vertrieben und die Eier aus dem Nest geworfen“, berichtet Fiedler, der das Weißstorch-Vorkommen von Helmstedt bis Peine und von Göttingen bis Halberstadt im Blick hat.

In der Grabenniederung in Vechelde hat der Experte aus Rohrsheim im Harz zwei heranwachsende Jungstörche gezählt, in Vallstedt sind vier Jungen geschlüpft, von denen laut Fiedler nach derzeitigem Stand noch drei am Leben sind. „Das ist aber ein sehr gutes Ergebnis“, zeigte er sich zufrieden. „Es ist eine Ansiedlung, die sich im vorigen Jahr erstmals etabliert hat.“

Im Schnitt sind die Störche derzeit fünf bis sechs Wochen alt. Mit neun bis zehn Wochen verlassen sie zum ersten Mal das Nest. Bis Mitte August bleiben die Störche in Deutschland, bevor sie sich wieder auf den Weg in wärmere Gefilde begeben.

Ob es Anlass zur Sorge um die Storchenpopulation gibt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen, nämlich dann, wenn die Jungstörche des Jahrgangs 2013 fortpflanzungsfähig sind, erklärt Fiedler. „In verschiedenen Regionen, etwa in Süddeutschland, hat es schon hohe Brutausfälle gegeben.“ Und von dort stammen viele der inzwischen in der hiesigen Region heimischen Störche. „Wenn aus dieser Region kein Zuzug mehr kommt, kann es passieren, dass sich die momentan steigende Tendenz nicht fortsetzt.“

Eine positive Nachricht hat der Storchenbetreuer zum Schluss dann aber doch noch: In Wense wurde ein Nest aufgestellt, in dem sich erstmals ein Storchenpaar niedergelassen hat - allerdings noch ohne zu brüten.

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