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Straßenwärter leben gefährlich

Broistedt Straßenwärter leben gefährlich

Broistedt. Es ist kurz nach 11 Uhr, die Mittagssonne brennt. So langsam stauen sich die Fahrzeuge hinter den auffällig orangenen Autos der Straßenmeisterei des Landkreises.

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Ausbesserungsarbeiten wie hier bei Broistedt sind für die Straßenwärter immer auch gefährlich. Denn der Verkehr fließt nur wenige Meter von ihnen entfernt.

Quelle: js

Der Auftrag heute ist Alltag: Ausbesserungsarbeiten an der K 74 bei Broistedt. Alltag ist aber auch die Gefahr, die bei der Arbeit der Straßenwärter allgegenwärtig erscheint. Denn wenn Thomas Mauritz und seine Kollegen Straßen flicken, rasen nur wenige Meter neben ihnen die Autos vorbei.

„Trotz der Absicherung sind die Mitarbeiter der Straßenmeisterei immer Gefahren ausgesetzt“, sagt Kai-Uwe Burgdorf. Er ist Leiter des Landkreis-Fachdienstes „Straßen“. Wenn Burgdorf von Absicherung spricht, meint er die bekannten orange-weiß-gestreiften Pylonen, die blinkenden Rundumleuchten und die auffälligen Warnwesten, die die Männer tragen.

Immer wieder gebe es aber Verkehrsteilnehmer, die sich „unglaublich rücksichtslos benehmen“, sagt Burgdorf. Solche, die mit überhöhter Geschwindigkeit nah an den Straßenwärtern vorbeibrausten zum Beispiel. „Bei uns in Peine hat es seit fast 20 Jahren keine Unfälle mehr gegeben. Zum Glück“, sagt der Fachdienstleiter. Deutschlandweit sieht das anders aus: Jährlich sterben in erschreckender Regelmäßigkeit Straßenwärter während der Arbeit. „Wir möchten die Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisieren, Rücksicht zu nehmen.“

Thomas Mauritz, der als Technischer Mitarbeiter bei der Straßenmeisterei das Tagesgeschäft plant und kontrolliert, kennt das Risiko. „Jeder Straßenwärter, der keine Angst hat, ist kein echter Straßenwärter“, sagt Mauritz. „Angst und Respekt gehören dazu“ - denn Leichtsinnigkeit könne schnell zu Unfällen führen. „Ich musste schon zwei Mal zur Seite springen, als ein Auto kam. Ich sage immer: Solange wir die Weste tragen, sind wir versichert. Dann bekommt wenigstens die Witwe Geld.“ Es ist ein bitterer Gedanke. Mauritz meint ihn ernst.

Die Arbeit ruft wieder: Er und sechs seiner Männer sind auf der K 74 im Einsatz, die an Broistedt vorbei in Richtung Salzgitter-Lebenstedt führt. Ein Teil der rechten Spur ist für die Instandsetzung der Straße zeitweise abgesperrt. Der Verkehr fließt einspurig an den Männern vorbei. Maximaltempo: 50 Stundenkilometer. Viele der Autofahrer fahren schneller. „Auf dieser Strecke fahren täglich etwa 10 000 Autos“, erzählt Mauritz. In den ein bis zwei Stunden, die die Ausbesserung der Straße dauern wird, werden es zumindest einige Hundert sein. „Wir arbeiten für die Bürger und dafür, dass der Verkehr läuft. Wir wollen ihn ja nicht behindern.“ Trotzdem reagieren viele Autofahrer ungehalten. „Es wird gehupt, gerast. Ich bin bei der Arbeit schon angespuckt und beleidigt worden“, sagt Mauritz. „Auch leere Becher oder Flaschen sind schon in unsere Richtung geflogen. Das ist schon extrem.“ Besonders im Sommer bei hohen Temperaturen gebe es oft Anfeindungen. Bei Broistedt herrschen gerade etwas unter 30 Grad.

Und doch mache der Beruf Spaß. „Es ist körperliche Arbeit, das mag ich“, sagt Mauritz. „Außerdem ist es öffentlicher Dienst, dazu bin ich fast immer an der frischen Luft und die Arbeit ist abwechslungsreich und anspruchsvoll. Es kann immer etwas passieren, aber ich liebe und lebe meinen Job.“

js

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