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Siedlungen aus Eisenzeit und Völkerwanderungszeit entdeckt

Lengede: Archäologen untersuchten Baugebiet "Am Kreuzstein" Siedlungen aus Eisenzeit und Völkerwanderungszeit entdeckt

Aufgrund von seit längerer Zeit bekannten Oberflächenfunden vor- und frühgeschichtlicher Keramik erhielt die Gemeinde Lengede von der unteren Denkmalpflege des Landkreises Peine die Auflage, die Erschließung des Baugebietes „Am Kreuzstein“ archäologisch begleiten zu lassen.

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Lengede ist älter als vermutet: Thomas Budde, die Lengeder Bürgermeisterin Maren Wegener, Jörg Weber und der Lengeder Ortschronist Werner Cleve zeihen eine Bilanz der archäologischen Ausgabung "Am Kreuzstein".

Lengede. Die Lage des Baugebiets direkt nördlich von Lengede im fruchtbaren Schwarzerdegebiet an einem Südhang oberhalb der Einmündung eines Bachtales in die Fuhse ließ vermuten, dass dort archäologische Funde zutage kommen würden. „Derartig günstig gelegene Plätze haben bereits unsere Vorfahren gern aufgesucht“, erklären die Archäologen Thomas Budde aus Abbensen und Jörg Weber aus Cremlingen, die mit der Untersuchung beauftragt wurden.

Erfasst wurde im Zuge der Erschließung insgesamt 178 Fundstellen. Die Untersuchungen begannen am Niederungsrand im Süden des Baugebietes. „Hier zeichneten sich Wegespuren ab. Es handelt sich dabei um Spuren einer früheren Wegverbindung in Richtung Klein Lafferde“, erläutert Budde. Die Wege wurden vermutlich seit dem Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert genutzt, wie am Fundmaterial abzulesen war. Die zeitgenössische Verkoppelungskarte erwähnt hier den Flurnamen „Hoher Weg“.

Etwas hangaufwärts traten erstmals die erwarteten vorgeschichtlichen Siedlungsspuren zutage. Sie verteilten sich über den mittleren Teil des Baugebiets. Der Schwerpunkt der Siedlung dürfte im 7. bis 6. Jh. v. Chr. liegen. Die Gruben enthielten neben Holzkohle und verziegeltem Lehm viel Keramik sowie Tierknochen. „Die weich gebrannte Keramik lässt sich meist großen Vorratsgefäßen zuordnen, aber auch kleine Schüsseln als Teile des Haushaltsgeschirrs kamen zu Tage“, so Budde weiter.

In einer der Abfallgruben fand sich das Bruchstück einer Schädelkalotte, die augenscheinlich von einem Menschen stammt. Die anthropologischen Untersuchungen stehen derzeit aber noch aus. „Die Füllerde der Gruben war übrigens nach zweieinhalb Jahrtausenden manchmal steinhart verdichtet, was die Grabungen in den lang andauernden Phasen der Trockenheit stark erschwerte“, so Budde.

Die eisenzeitlichen Vorrats-und Abfallgruben traten im gesamten mittleren Teil des Baugebietes auf, als plötzlich in einer der Siedlungsgruben an der oberen Westtrasse erstmals ein Tongefäß auftrat, das typische Merkmale für die Völkerwanderungszeit (5. bis 6. Jh. n. Chr.) aufweist. „Der Fortgang der Arbeiten im Nordwesten des Baugebietes ließ es bald zur Gewissheit werden, dass hier tatsächlich die Überreste einer rund tausend Jahre jüngeren germanischen Besiedlung vorlagen“, sagt Budde. Vor allem eine Keramik, die sogenannte „Braunschweiger Drehscheibenware“ konnte die jüngere Zeitstellung belegen.

Auf der Hügelkuppe im nördlichsten Teil des Baugebietes endeten die Siedlungsspuren abrupt. „Die völkerwanderungszeitliche Siedlung könnte durchaus mit dem heutigen Lengede in Zusammenhang stehen, das aufgrund des Ortsnamens in die germanische Zeit zurückzureichen scheint. Denkbar wäre eine Art Siedlungskammer mit mehreren Siedlungsstellen im näheren Umfeld“, so der Archäologe.

Nach den bisherigen Untersuchungen kann festgehalten werden, dass im Norden auf der Kuppe und Süden im noch trockenen Bereich oberhalb der Bachniederung die Grenzen der früheren Besiedlung erkannt worden sind. Im Osten und Westen setzen sie sich jenseits der Grenzen des Baugebiets noch unter den Äckern fort. Während die eisenzeitliche Besiedlung auf den Südhang über dem Nebenbach „Beek“ ausgerichtet war, könnte die völkerwanderungszeitliche Siedlung dagegen mehr nach Westen zur Fuhseniederung hin orientiert gewesen sein, die allerdings noch recht weit entfernt ist.

rd

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