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Sensationeller Fund: Alte Pläne zeigen Schlosspark in historischer Blüte

Vechelde Sensationeller Fund: Alte Pläne zeigen Schlosspark in historischer Blüte

Vechelde. Linden, Obstbäume, mit Buchsbaumhecken umgrenzte Blumenbeete, Rosen und dazwischen - nur im Sommer - Orangenbäume in Pflanzkübeln: So hat der Schlosspark in Vechelde zu früheren Zeiten ausgesehen.

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Die grüne Markierung zeigt, wo einst die Lindenallee verlief. Die kleine grüne Fläche links zeigt die Stelle des Abt Jerusalem Denkmals, diejenige rechts das Linden-Oval.

Quelle: oh

Die Entdeckung ist eine kleine Sensation: Historische Pläne für die Park- und Gartenanlage hinter dem heutigen Bürgerzentrum hat der Cremlinger Landschaftsarchitekt Kai-Uwe Grahmann im Auftrag der Gemeinde Vechelde im Staatsarchiv und in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel entdeckt.

Sie reichen zurück bis ins Jahr 1696 und belegen, dass sich schon damals an eben jener Stelle ein Garten befand.

„Am Übergang über die Aue gab es seit dem Mittelalter eine Wasserburg“, berichtet Grahmann. Diese wurde aber Ende des 17. Jahrhunderts abgerissen und an ihrer Stelle ein Schloss errichtet. „Es hatte zwei Brücken und war von einem Wassergraben umschlossen“, so der Architekt. Für die Barockzeit ungewöhnlich: Der Garten wurde neben dem Schloss angelegt, wie er aussah ließe sich aus den Quellen nicht nachvollziehen, bedauert der Forscher.

Im Jahr 1712 verlegte Herzogin Elisabeth Marie Sophie, eine dänische Prinzessin, ihren Witwensitz in das Vechelder Schloss und ließ in Sophiental ein Lustschloss sowie in Vechelade eine Siedlung für Schlossarbeiter bauen, die für die Pflege des Parks herangezogen wurden.

Die Gartenanlage in Vechelde ließ sie komplett umgestalten: Wo sich heute der Rosengarten befindet, ließ sie einen Lustgarten anlegen - mit vier Schmuckparterre in barocker Form, darauf standen Pyramiden-Eiben, umgrenzt mit Buchsbaumhecken. Auch Blumenbeete, ein Lindenoval - in das Herzog Ferdinand später seine Gruft legen ließ - Hecken sowie ein Kastanienquartier waren vorhanden. Auf der Westseite gab es einen Küchengarten, Obstbaumalleen und Gewächshäuser.

Aufgrund ihrer Haushaltsführung ging die Herzogin jedoch bankrott und Herzog Ferdinand, Feldmarschall Friedrichs des Großen, übernahm das Vechelder Schloss als Sommerquartier im Jahr 1767. Unter seiner Feder wurde der Park nach Süden erweitert, und er ließ 1772 ein englisches Busquet - heute Wald - anlegen. In der Nord-Süd- sowie Ost-West-Achse ließ er eine Lindenallee anpflanzen, im Zentrum fand sich eine Kirschbaumallee. Dazu ließ er einen achteckigen Barockpavillon errichten - sein damaliger Standort ist unklar.

Nach Ferdinands Tod 1792 richtete Johann Peter Hundeiker eine Internatsschule im Schloss ein, aufgrund zu hoher Kosten musste er jedoch Bäume abholzen und verkaufen lassen, später wurden Teile des Gartens an die Amtsrichter verpachten, das Busquet wurde von der Revierförsterei Sophiental bewirtschaftet.

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INFO

So soll der Schlosspark aussehen

Nun soll der Schlosspark erneut umgestaltet werden – und zwar zum Tag der Braunschweigischen Landschaft, der am 27. Juli 2014 in Vechelde stattfindet: „Mein Ansatz ist, die Haupt-Lindenallee anzudeuten und einen Weg durch diese Allee zum Schlosspark gegenüber des Abzweigs nach Vechelade zu schaffen“, erklärt Vecheldes Bürgermeister Hartmut Marotz. Auch eine bauliche Reminiszenz an den Barock-Pavillon sei denkbar, ebenso eine Erinnerungsplatte für die erste Grabstelle Herzog Ferdinands.

Im nächsten Schritt will Landschaftsarchitekt Grahmann Grabungen durchführen und den Boden auf Spuren der historischen Anlagen untersuchen, wie auch nach Resten der herzoglichen Grabkammer. Dann soll er einen Entwurf vorlegen – dieser muss mit den offiziellen Behörden abgestimmt werden, denn der Park steht unter Denkmalschutz. Anschließend sollen Fördermittel eingeworben werden – denn die Kosten für das Projekt beziffert der Planer auf rund eine Viertelmillion Euro. Dass sich diese Investition lohnt, davon sind Planer wie Bürgermeister überzeugt: „Vechelde ist eines der letzten erhaltenen herrschaftlichen Objekte – das aufzugreifen ist lobenswert und aus kulturhistorischer Sicht ein Highlight.“

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