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Seltene Tierarten in ehemaliger illegaler Abfallgrube

Wendeburg Seltene Tierarten in ehemaliger illegaler Abfallgrube

Bortfeld. Eine ehemalige Sandgrube nordöstlich von Bortfeld hat die Aufmerksamkeit der Kreis-Grünen auf sich gezogen. Dort wurde in der Vergangenheit in großen Mengen illegal Abfall, insbesondere Bauschutt und pechhaltiges Material aus Straßenaufbrüchen, verfüllt, teilt Kreis-Sprecherin Katja Schröder auf PAZ-Anfrage mit. Nun hat ein Braunschweiger Unternehmen die Grube gekauft, saniert und will sie wiederum verfüllen - mit unbelastetem Boden. Doch jetzt haben Untersuchungen dort besondere Naturvorkommen ergeben.

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Einen Flussregenpfeifer hat Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Streichert in der Grube gefunden.

Quelle: oh

„Ein Flussregenpfeifer hat dort zwei Junge zur Welt gebracht“, erklärt Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Streichert, der den Vogelnachwuchs auch fotografisch dokumentiert hat. „Als Nestflüchter werden die Jungvögel in den nächsten Tagen auf Wanderschaft gehen“, erklärt er. Da die Tiere sich bei einer Bedrohung durch Ducken auf dem Boden zu tarnen versuchen, seien sie extrem gefährdet: „Eigentlich müsste dieser Bereich also für jeglichen Verkehr gesperrt werden“, so der Ilseder. Des weiteren seien in einer Wasserpfütze Laich-Vorkommen von Kröten festgestellt worden. Ziel der Grünen sei es, diese Vorkommen zu erhalten.

Auch Kreissprecherin Schröder bestätigt den Brutnachweis des Flussregenpfeifers. Zudem wurden Kaulquappen der streng geschützten Kreuzkröte festgestellt: „Hier erfolgte bereits eine Umsiedlung.“ Zudem seien Uferschwalben in der Grube beobachtet worden, ob sie dort auch brüten, sei noch nicht abschließend festgestellt.

Nachdem der ehemalige Eigentümer der Grube den rechtskräftigen Abfallbeseitigungsbescheiden des Landkreises Peine und des Gewerbeaufsichtsamtes aufgrund eines Insolvenzverfahrens nicht oder nur teilweise nachgekommen sei, habe der neue Eigentümer den dort noch verbliebenen Abfall im Frühjahr 2012 ordnungsgemäß entsorgt. Nun habe er geplant, die Sandgrube mit unbelastetem Boden zu verfüllen. Schröder: „Die Erlaubnis zum vorzeitigen Maßnahmebeginn für die Verfüllung wurde von Seiten des Fachdienstes Umwelt bereits erteilt, und es wurde mit der Verfüllung in abgestimmten Bereichen begonnen. Die Böschungen sind überwiegend nicht standsicher.“

Eine endgültige Genehmigung liege aber noch nicht vor, da über Ausgleichsmaßnahmen zum Artenschutz beraten werden müsse. „Wir stehen hierzu in engem Kontakt mit einem Gutachter“, erklärt die Kreissprecherin. Die Kartierungen hinsichtlich der dort lebenden Tierarten seien noch nicht ganz abgeschlossen, daher dürften die betroffenen Bereiche derzeit nicht verfüllt werden.

web

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