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Schleuser soll Haftstrafe im offenen Vollzug verbüßen

Lengede Schleuser soll Haftstrafe im offenen Vollzug verbüßen

Lengede/Hildesheim. Am Landgericht Hildesheim muss sich seit der vergangenen Woche ein 25-Jähriger aus Essen verantworten, der nach eigenem Geständnis als Schleuser serienweise Libanesen und Syrer nach Deutschland geholt hat. Nach Beweismaterial wurde auch in Lengede gesucht.

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Der Angeklagte (l.) und sein Verteidiger beim Auftakt des Prozesses wegen gewerbsmäßiger Schleusung vor dem Landgericht Hildesheim in der vergangenen Woche.

Quelle: Archiv

Der Angeklagte hat dem Gericht tiefe Einblicke in die Schleuser-Branche verschafft. Dafür soll er mit vier Jahren Haft im offenen Vollzug davonkommen.

Der aus Angehörigen eines libanesisch-kurdischen Familienclans bestehende Schleuserring war aufgeflogen, und bei einer Polizei-Razzia im November 2015 wurden auch in Lengede Räume durchsucht und Beweismittel wie handschriftliche Aufzeichnungen sowie Belege beschlagnahmt (PAZ berichtete).

Der Angeklagte soll nach Willen der Anklage eine Haftstrafe von vier Jahren erhalten. Die Verteidigung plädierte am Dienstag am Landgericht Hildesheim auf dreieinhalb Jahre Haft. Der von beiden geforderte Strafrahmen entspricht einer Absprache von Anklage und Verteidigung zu Prozessbeginn.

Im Gegenzug hatte der Angeklagte vor Gericht offengelegt, wie er mit Mittätern Pässe verfälschte und Flugtickets für Landsleute und andere Ausländer beschaffte. Diese zahlten dafür laut Anklage bis zu 10 000 Euro.

Die Gruppe war den Ermittlern bereits wegen schwerer Gewaltstraftaten im Rotlicht- und Rauschgift-Milieu aufgefallen. In den Plädoyers forderten beide Seiten, dem abgesteckten Deal entsprechend, dass der aus Essen stammende Angeklagte die Strafe im offenen Vollzug verbüßen kann und der Haftbefehl aufgehoben wird. Als Ersatz für seinen kriminellen Verdienst verlangte die Anklage außerdem einen Wertersatzverfall von 54 000 Euro. Hintergrund: Der Wertersatzverfall ermöglicht den direkten Zugriff auf legale Vermögenswerte, wenn die ursprünglich deliktischen Erträge verschoben wurden oder aus anderen Gründen nicht auffindbar sind. Die Verteidigung verlangte, auf diese Sanktion zu verzichten.

Das Urteil soll am Dienstag kommender Woche gesprochen werden.

dpa/wos

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Lengede. Im Verfahren gegen einen 24 Jahre alten Angeklagten aus Essen im sogenannten Schleuserprozess hat das Landgericht Hildesheim ein Urteil gefällt: Der Angeklagte wurde in insgesamt zwölf Fällen wegen gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern, Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen und Aufenthaltspapieren sowie Urkundenfälschung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

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