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Rundlingsdorf mit Rübenburgen

Wendeburg Rundlingsdorf mit Rübenburgen

Wendezelle. Rübenburgen, Milchbänke und ein Besuch des Schwergewichtsboxers Max Schmeling - bei einem Rundgang durch Wendezelle hat Rolf Ahlers einiges zu berichten. Der Heimatpfleger der Gemeinde Wendeburg ist am Wendezeller Ring geboren, wohnt dort auch heute noch und hat die Geschichte des westlichsten Rundlingsdorfes eingehend studiert.

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Blick auf eine Rübenburg am Wendezeller Ring.

Quelle: web

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wendezelle im Jahr 1380. Einst beschränkte sich das Dorf auf die Ansiedlungen rund um den Wendezeller Ring - ein sogenanntes Rundlingsdorf. „Dabei handelt es sich um einen freien Platz mit einer keilförmigen Anordnung der Grundstücke darum herum“, erläutert Ahlers. Warum sich die Menschen damals ausgerechnet in Wendzelle niederließen, kann nur vermutet werden: „Vielleicht wegen des Fischreichtums der Aue“, spekuliert Ahlers.

Der Fluss spielte eine wichtige Rolle für den Ort: „Früher hieß es, ich gehe ins Dorf oder übers Wasser, denn Wendezelle ist ringsum von Wasser umgeben“, berichtet Ahlers. Erst 1750 wurde ein Flussbett für die Aue angelegt, die vorher zwar nur wenige Zentimeter tief, dafür aber sehr breit gewesen war. Aus diesem Grund habe sich Wendezelle auch eine eigene Schule geleistet: „Es war unzumutbar, dass die Kinder aus Wendezelle durch die unwegsame Aueniederung zur Schule nach Wendeburg gehen mussten“, erläutert der Gemeindeheimatpfleger. Erst mit dem Bau der neuen, heute alten Schule in Wendeburg 1869 wurde die Wendezeller Schule geschlossen. In das Haus zog ein Lebensmittelladen ein sowie eine Gastwirtschaft, in der sogar einmal in den 60er-Jahren Max Schmeling aufgrund freundschaftlicher Kontakte zu Besuch war, erinnert sich Ahlers, der dem Schwergewichtsboxer selbst einmal die Hand geschüttelt hat.

Besonders ins Auge fallen in Wendezelle die rotgemauerten Wohnhäuser - die sogenannten Rübenburgen. Sie stammen aus der Zeit um 1900. „Anders als in Bauernhäusern, wo man mit dem Vieh unter einem Dach lebte, sind es reine Wohnhäuser.“ Gut erinnert sich Ahlers auch noch an die Milchbänke, ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. „Dort stellten die Landwirte ihre Milchkannen ab, die dann vom Milchwagenfahrer zur Molkerei gebracht wurden.“

Von der Neuen Straße, der ersten Dorferweiterung, führt der Rundgang weiter zur Straße Am Bülten. „Hier gab es früher einen Bunker“, erzählt Ahlers. Und am Ende der Straße hätten die Amerikaner ein Camp errichtet: „Dort haben sie von Mai bis Juni 1945 örtliche NS-Größen eingesperrt.“

Letzter Halt ist das Holzkreuz an der Braunschweiger Straße. Es markiert einen historischen Gerichtsplatz: „Hier wurde früher am Dienstag in der vollen Woche nach dem Dreikönigstag Gericht gehalten, dazu kam der Amtmann aus Wolfenbüttel“, weiß Ahlers. Schon 1630 wurde der Platz, der bis 1807 genutzt wurde, beschrieben - vermutlich sei er aber noch älter.

web

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