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Nette Menschen statt Drehkreuz mit Geldschlitz

Wendeburg Nette Menschen statt Drehkreuz mit Geldschlitz

Zweidorf. Nervensystem und Muskelspannungen signalisieren deutlich, wenn die Auslastung der Blasenkapazität erreicht ist und es dringend wird - besonders für Autobahnreisende. In Richtung Berlin bietet die Raststätte „Zweidorfer Holz Süd” eine Entsorgungsanlage mit Hygiene-Dienstleistung - übrigens ohne kostenpflichtige Drehkreuzanlage, aber dafür mit herzlichem Service.

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Herzlicher Service statt kostenpflichtige Drehkreuzanlage: Ein Familienunternehmen sorgt auf den Toiletten der Rastanlage „Zweidorfer Holz Süd“ für Hygiene und Sauberkeit.

Quelle: cb

Betriebsleiter Jochen Thomala zählt im Jahr etwa 650000 Kunden in Raststätte und Tankstelle - ausschließliche Toilettennutzer nicht mitgezählt.

Herr über die insgesamt 17 Kabinen und sechs Urinale ist Firmeninhaber Flamur Latifi, der seit gut elf Jahren meist im 24-Stunden-Dienst schichtweise mit seinem Team für Hygiene und Sauberkeit sorgt. Der Qualitätsanspruch des gebürtigen Kosovo-Albaners habe sich trotz der jahrelangen Routine nicht abgenutzt. Im Gegenteil: „Hygiene ist das höchste Gut“.

Die „Tank und Rast GmbH“ als Autobahndienstleister schreibe stündliches Fußboden-Wischen, halbstündliches Reinigen der Becken und Urinale vor. „Wir putzen aber möglichst gleich nach jeder Benutzung“. Das brachte Latifi und seiner Mannschaft schon öfter die maximale Punktzahl der Qualitätsüberprüfung ein.

Apropos Mannschaft: Latifis Hygiene-Service ist ein reines Familienunternehmen. Mutter, Schwester, Schwager und Schwägerinnen wringen sozusagen am gleichen Lappen und sichern damit den Familienunterhalt. Mit fremden Arbeitskräften würde Latifi, der in seiner Heimat Medizin studierte, bis die Kriegswirren ihn nach Deutschland trieben, nicht arbeiten. „Als Familie sind wir immer solidarisch und im Notfall immer einsatzbereit“. Notfälle, das seien beispielsweise unerwartete Anstürme von Busreisenden, erläutert Latifis Schwester Shqipe Haziraj. Sie hat heute Dienst. Lächelnd gibt die Hygienefachkraft, die in ihrer Heimat Krankenschwester war, die Richtung zu den jeweiligen Kabinen vor und wünscht der erleichterten Kundschaft auch dann freundlich gute Fahrt, wenn ausnahmsweise keine Münzen im Tellerchen klingen.

Die aufwendigsten Arbeiten warten übrigens oft in der Damenabteilung, ist zu erfahren. Und die Ekelbewältigung? „Gewöhnung“. Sie zuckt mit den Schultern. Die Kunden reagieren auf den unbeschrankten Zugang und die freundliche Begrüßung und Verabschiedung sehr zufrieden. Tadellosen Service und Sauberkeit bestätigt eine Kundin auf Nachfrage und ihr Begleiter findet „richtig gut“, dass hier „statt Drehkreuz und Geldschlitz nette Menschen stehen“.

uj

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