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Michael Kramer: "In der Minderheit zu sein, stärkt das Selbstbewusstsein"

Woltwiesche Michael Kramer: "In der Minderheit zu sein, stärkt das Selbstbewusstsein"

Woltwiesche. Ganz weit vorne ist Michael Kramer aus Woltwiesche immer noch viel zu weit hinten: Schon als Zwölfjähriger macht er in der Diaspora seiner Heimatstadt Bremerhaven als Ober-Ministrant in der katholischen Kirchengemeinde Karriere, übernimmt mit 17 den Vorsitz der Jungen Union in der SPD-Hochburg. Inzwischen ist er 62 und leitet seit 25 Jahren als Vorsitzender die Geschicke der CDU in Lengede. Damit sei er derzeit der einzige Parteiführer mit einer derart langen Amtszeit.

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Der Lengeder CDU-Chef Michael Kramer präsentiert „sein“ Team, dem er seit 25 Jahren vorsteht.

Quelle: cb

„Ich kann nicht einfach nur dabei sein“, sagt er und lehnt sich zurück. Er brauche den Zugang zu Schalthebeln und Stellschrauben - und die findet er seit mehr als 45 Jahren in Hülle und Fülle in seiner Partei. Erst in Bremerhaven, dann in Hannover. Über Goslar kommt er nach Peine und wirkt seit 1987 in Lengede.

Dass die Oppositionsbänke für ihn bisher nicht als Sprungbrett in die politische Verantwortung taugten, trägt er nicht nur mit Fassung sondern scheint sich daran gewöhnt zu haben. Als „Angehöriger einer Minderheit wird man stark und selbstbewusst“, begründet er seinen Erfolg und seine Eignung, „meine Truppe zusammenzuhalten und nachhaltig zu motivieren“. Beispielsweise, wenn es um seine Lieblingsthemen Senioren- oder Verkehrspolitik in Lengede gehe oder auch durch die alljährlichen, von ihm organisierten politischen Studienfahrten.

Was er rückblickend politisch durchgesetzt habe? „Wenig“, sagt er lakonisch, grinst und beschreibt die Vorteile der Oppositionsarbeit, mit der er als Minderheitenführer lebenslange Erfahrung habe. Seine politischen Ansichten teile er übrigens mit denen des Ex-CDU-Generalsekretärs Heiner Geislers.

Bei allen parteipolitischen Gegensätzlichkeiten würdigt Kramer, der als Berufsberater für Abiturienten und Hochschüler seinen Lebensunterhalt verdient, „das Verbindende an der Politik“. Wer sie nämlich ernsthaft betreibe, schätze auch den politischen Gegner. Politische Gegensätze fänden im Hause Kramer keinen Nährboden für ehelichen Zwist: Der Oppositionsführer lernte seine spätere Gemahlin nämlich 1976 anlässlich einer CDU-Wahlparty kennen. „Außerdem diskutiere ich daheim nicht über Politik.“

Beruf und Politik nötigten ihm Konzentration und Eloquenz ab, dafür genieße er in seinem großen Garten Ruhe und Entspannung. Die ließe er sich auch nicht nehmen, wenn gleich nebenan sein größter politischer Kontrahent, Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas, gerade seinen Rasen mähe. Schließlich habe sich der Sozialdemokrat den Christdemokraten als Nachbarn ausgesucht - denn Kramer war damals schon wieder mal „als erster hier“.

uj

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