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Messerstecherei in Bettmar: Angeklagter freigesprochen

Vechelde / Braunschweig Messerstecherei in Bettmar: Angeklagter freigesprochen

Bettmar/Braunschweig. Im Falle des 20-jährigen Sudanesen, der sich seit der vergangenen Woche wegen versuchten Todschlags am Landgericht Braunschweig verantworten musste, ist am Mittwoch ein Urteil gesprochen worden. Die 12. Große Jugendkammer des Gerichts entschied zu Gunsten des Angeklagten auf Freispruch.

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Das Landgericht in Braunschweig: Hier kam es zum Freispruch.

Quelle: Archiv

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe in Höhe von drei Jahren und sechs Monaten gefordert.

„Das Gericht ist der Ansicht, dass der Angeklagte aus Notwehr nach dem Küchenmesser griff und das Opfer verletzte“, erklärte die Vorsitzende Richterin der Jugendkammer. „Weiterhin stimmen wir der Aussage des Gutachters zu, dass der Angeklagte bedingt durch Erlebnisse aus seiner Vergangenheit an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Diese und der hohe Blutalkoholwert zum Tatzeitpunkt führten dazu, dass der Angeklagte keine Kontrolle über sein Handeln hatte und somit im Affekt agierte“, so die Richterin weiter.

Am 5. Februar kam es zu der Messerstecherei in der Flüchtlingsunterkunft Bettmar (PAZ berichtete), in der der Angeklagte seinen 41-jährigen Landsmann so schwer verletzte, dass dieser nur mit einer Notoperation gerettet werden konnte. Zum Auftakt des Prozesses gab der Angeklagte in seinem Geständnis zu, das 41-jährige Opfer mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser verletzt zu haben, weil dieses gegen den Willen des Angeklagten Geschlechtsverkehr von ihm erzwingen wollte. Als das Opfer den Angeklagten mit den Armen fest umschlang und weiter bedrängte, griff der 20-Jährige zu dem Messer.

In den vergangenen vier Prozesstagen sollten etliche Zeugen, unter anderem weitere Bewohner der Flüchtlingsunterkunft, sowie auch das Opfer angehört werden. Zur Beweisfindung konnten in vielen Fällen lediglich die Protokolle der vorangegangenen Polizeivernehmungen beitragen, da einige Zeugen und das Opfer nicht vor Gericht erschienen waren.

Auch einen Gutachter hatte die 12. Große Jugendkammer berufen. Dieser erklärte am vergangenen Dienstag auch, dass der Angeklagte an einer posttraumatischen Störung leide, da er in seiner Heimat unter anderem Folter erfahren hatte. „Die bedrängende Situation durch die Handlungen des Opfers lösten gemeinsam mit dem konsumierten Alkohol eine Retraumatisierung aus“, so der Spezialist für Kinder und Jugendpsychiatrie.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

jak

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