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Meerdorfer auf Opfer-Liste

Wendeburg Meerdorfer auf Opfer-Liste

Meerdorf. Sie wurden im Krematorium verbrannt, ihre Asche verstreut: Um den Menschen, die in Braunschweig zwischen 1933 und 1945 Opfer von Krieg und Gewalt wurden, ihre Namen zurückzugeben, musste die Stadt Braunschweig im Jahr 1965 auf Weisung des Innenministeriums eine Liste der Getöteten anfertigen, berichtet Bernd Meier, Vorsitzender des Heimatvereins Meerdorf. Er hat jetzt herausgefunden: Auch ein Meerdorfer Name steht auf dieser Opfer-Liste.

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Braunschweig in Trümmern: 90 Prozent der Innenstadt wurden beim Bombenangriff vom 15.Oktober 1944 zerstört.

Quelle: oh

„Dem Verein ‚Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in Braunschweig‘ war es eine wichtige Aufgabe, einen Forschungsauftrag zu vergeben und inhaltlich zu begleiten, um die Namen aller durch den Krieg und Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 in Braunschweig umgekommenen und dort auf den Friedhöfen an der Helmstedter Straße beigesetzten Menschen zu ermitteln und diese in Totenbüchern zu dokumentieren“, erläutert Meier. Auf der Liste, die im Internet einsehbar ist, erscheint auch der Name von Friedrich Hoppenworth, geboren am 14. Mai 1888 in Meerdorf.

Nachforschungen des Heimatvereins Meerdorf hätten bestätigt, dass Hoppenworth in Meerdorf als Kind des Schankwirts Heinrich Ferdinand Hoppenworth und Dorothee Hartmann, aus einer Tischlerfamilie aus Braunschweig stammend, geboren wurde und offensichtlich 1935 nach Braunschweig gezogen war. „Die Frage, warum er auf der Opferliste aufgeführt ist, wird durch das Sterbedatum beantwortet“, erklärt Meier. „Es war der 15. Oktober 1944.“

Unter diesem Datum sind viele Personen aufgelistet, denn an diesem Tage kam es zu einem der schlimmsten Bombenangriffe auf Braunschweig, bei dem 90 Prozent der Innenstadt zerstört wurden. Wie viele Menschen dabei starben, ist nicht bekannt. Damalige Angaben schwanken zwischen 484 und 640 Toten. Heute gehen Historiker davon aus, dass bei dem Angriff mehr als 1000 Personen umkamen. „Auf einer Todesanzeige in der Braunschweiger Zeitung am 20. Oktober 1944 waren 220 Namen aufgeführt, darunter auch ‚Fritz Hoppenworth‘“, hat Meier recherchiert.

„Meerdorfer, die zu der Zeit lebten, berichteten immer wieder, dass die Bombeneinschläge zu hören und der Feuerschein auch im 20 Kilometer entfernten Dorf zu sehen war“, weiß der Heimatvereinsvorsitzende.

Schreckliches schildert auch der 83-jährige Hartwig Nolte: „Ich war als 14-jähriger Hitler-Jugend-Angehöriger zum Trümmerräumen abkommandiert. Vom Denkmal des Eulenspiegelbrunnens ragte nur noch der Kopf aus den Trümmern. Mittags gab es eine Kartoffelsuppe, die gab ich einer alten Frau, die zusammengekauert in einer Ecke saß und mich wortlos mit leeren Augen ansah. Das habe ich bis heute nicht vergessen.“

rd

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