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Lesestoff für den Reisekoffer: Bücher-Expertin gibt Tipps

Vechelde Lesestoff für den Reisekoffer: Bücher-Expertin gibt Tipps

Vechelde. Urlaubszeit ist Lesezeit und deshalb hat sich die PAZ nach aktuellen Lesetipps umgehört - bei einer Expertin, die es wissen muss: Vecheldes Büchereileiterin Karin Großer.

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Vecheldes Bücherei-Leiterin Karin Großer mit ihren Lesetipps.

Quelle: ISABELL MASSEL

Karin Großer leitet seit 1986 die Kreisbücherei in Vechelde. Geboren und aufgewachsen ist sie in Braunschweig, wo sie auch heute noch wohnt - nur zum Studieren ist die Diplom-Bibliothekarin nach Bonn gegangen. Auch wenn ihr Beruf mit Lesen eigentlich wenig, dafür aber mit vielen Verwaltungsaufgaben zu tun hat - ohne Lesen geht es für Karin Großer nicht: „Ohne Bücher könnte ich gar nicht leben, ohne Lesen fehlt etwas“, sagt die 52-Jährige.

In der Bibliothek, die Großer zusammen mit einer Mitarbeiterin betreut, boomen gerade die Kochbücher der Fernsehköche: „Jamie Oliver, Christian Rach, so etwas muss man einfach haben“, erklärt Großer, die in ihrem Job einen Überblick über den Buchmarkt bewahren muss. Auch über die aktuellen Spiegel-Bestseller verfügt die Bücherei: „Wir haben ein Abonnement auf die Neuerscheinungen“, so die Leiterin. Insgesamt hat die Bücherei 18300 Medien. Das Vechelder Lesepublikum sei dabei nicht auf ein Genre festgelegt: „Die Geschmäcker sind sehr verschieden. Die Kinder lesen gern lustige Geschichten, für die Erwachsenen gehören Krimis und Thriller ins Urlaubsgepäck.“

Dabei sind letztere so gar nichts für die Büchereileiterin: „Krimis lese ich gar nicht.“ Auch um Romane, in denen es um Krieg geht, macht Karin Großer einen Bogen. Kinder- und Jugendbücher liest sie dagegen gerne - schließlich muss sie wissen, was sie den jungen Lesern empfehlen kann: „Ich selbst lese gerade das Jugendbuch ‚Die Verratenen‘ von Ursula Poznanski“, sagt Großer. Darin geht es um eine Zukunftsvision. Hauptfigur Ria ist beliebt und privilegiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Doch dann wendet sich das Blatt: Rias Existenz liegt in Trümmern und sie muss ums Überleben kämpfen. „Es ist der erste Band einer Triologie und so spannend, dass man ungeduldig auf den nächsten Teil wartet.“

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  • Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags von 9 bis 12.30 Uhr, montags von 13.15 bis 18.30 Uhr, mittwochs von 13.15 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 13.15 bis 16 Uhr.

Lesetipps Kinderbücher:

Abenteuer beim Apfelsaft holen

In Thomas M. Müllers Kinderbuch „Apfelsaft holen“ bereitet eine Familie gemeinsam das Abendessen vor. Pitzi ist der Kleinste und soll eine Flasche Apfelsaft aus dem Keller holen. Er bewaffnet sich mit einem Kochlöffel und wagt sich allein in den dunklen Keller. Pitzi übersteht alle gruseligen Augenblicke und gelangt unbeschadet mit der Apfelsaftflasche in die Küche. „Ich finde es beeindruckend, wie Pitzi seine Furcht vor dem Keller überwindet und bei der Rückkehr in die Küche nicht etwa von seinen Abenteuern erzählt, sondern nur ganz lässig der Familie mitteilt: ‚Hier ist der Apfelsaft‘, sagt Karin Großer.

  • Thomas M. Müller: Apfelsaft holen. Aladin Verlag 2013, 32 Seiten, 8,95 Euro, ab 4 Jahren.

Die Queen mal ganz anders

Die Queen lädt alljährlich ein Kind zum Tee zu sich ein. In diesem Jahr erhält die siebenjährige Freya diese Einladung in die Privatgemächer der Königin. Die Queen stellt sich als äußerst unkonventionell heraus: Sie trägt einen Jogginganzug und backt Cupcakes. Und das gefällt der Vechelder Büchereileiterin Karin Großer an dem Buch „Ich und die Queen“ von Giles Andreae: „Ich mag hier besonders den Gegensatz von der Erwartung, wie eine Königin zu sein hat, einerseits, und der verblüffenden Normalität des geheimen Privatlebens andererseits. Ein Riesenspaß für alle Leser ab 7 Jahren.“

  • Giles Andreae: Ich und die Queen. Illustriert von Tony Ross, Aladin Verlag 2013, 96 Seiten, 9,95 Euro, ab 7 Jahren.

Geschichte über Patchwork-Familie

In „Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte“ von Christine Nöstlinger stört es Cornelius (11) nicht weiter, dass seine Eltern geschieden sind. Als er allerdings von einer Freundin erfährt, dass die unfreundliche neue Mitschülerin seine Stiefschwester werden soll, ist er entsetzt. Anna sträubt sich sogar noch heftiger gegen die Beziehung der Eltern. Gemeinsam wollen sie eine Heirat verhindern. Großers Fazit: „Eine nicht den üblichen Klischees folgende Geschichte über eine geplante Patchwork-Familie aus der Sicht der betroffenen Kinder mit einem unvorhersehbaren Ende.“

  • Christine Nöstlinger: Als mein Vater die Mutter der Anna Lachs heiraten wollte“. Oetinger 2013, 175 Seiten, ab 9 Jahren.

Lesetipp Jugendbuch:

Zukunftsthriller besonderer Art

Im Jahr 2035 findet das Leben fast ausschließlich digital statt. Der 25-jährige Rob arbeitet in „Die Scanner“ von Robert Sonntag als Scanner für einen Medienkonzern. Er sucht nach den letzten Lesern und kauft ihre Bücher, die der Konzern digitalisieren und angeblich allen zur Verfügung stellen will. Rob trifft eine verbotenen Organisation, die sich der Zerstörung der realen Bücher und der Manipulation durch den Konzern entgegenstellt. Plötzlich wird Rob als Staatsfeind gejagt. „Ein Zukunftsthriller der besonderen Art, der die Gefahren von Monopolisierung, digitaler Überwachung und Meinungskontrolle anprangert“, so Großer.

  • Robert Sonntag: Die Scanner. Fischer KJB 2013, 189 Seiten, 12,99 Euro, ab 14.

Lesetipp Roman:

Bewegende Schicksale

Als Tipp für erwachsene Leser hat Karin Großer das Buch „Wovon wir träumen“ von Julie Otsuka parat. Anfang des 20. Jahrhunderts wandern japanische Mädchen nach Amerika aus, sie wissen nicht viel über ihre neue Heimat und kennen nur die Fotos ihrer zukünftigen Männer. Die Autorin schildert die unterschiedlichsten Schicksale der Japanerinnen, von ihrer Ankunft in San Francisco bis zu ihrer Internierung nach Pearl Harbor. „Der preisgekrönte Roman über eine wahre Geschichte schildert die bewegenden Erfahrungen der Einwanderer aus Wir-Perspektive. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann“, so Großer.

  • Julie Otsuka: Wovon wir träumen, Mareverlag 2012, 160 Seiten, 18 Euro.
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