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Kunst aus Menschenhaar und Erinnerungen

Lengede Kunst aus Menschenhaar und Erinnerungen

Woltwiesche. Giftgötze wurde erst vor einem Jahr eröffnet, aber bereits jetzt hat sich die Produzentengalerie von Fritz Paulick in Woltwiesche im Peiner Land etabliert und ist zum beliebten Ausstellungsort für regionale, aber auch überregionale Künstler geworden.

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Voller Erinnerungen: Stefanie Pape hatte zwei Räume unter dem Titel „privat“ eingerichtet.

Quelle: rb

So auch am vergangenen Sonnabend. Denn dort konnten Interessierte die Performance von Beate Linne und die Rauminstallation von Stefanie Pape nicht nur ansehen, nein geradezu erlebt – ab mittags hatte die Galerie bei freiem Eintritt geöffnet.

Pape hatte zwei Räumen unter dem Titel „privat“ eingerichtet. Im etwas größeren Raum stand eine große Holzbox, an der Fotografien angeklebt waren und unter die mit Bleistift Bildunterschriften geschrieben waren. In Richtung des Fensters hingen lange Papierbänder von der Decke herab, die sich langsam bewegten, wenn ein Besucher an ihnen vorbeiging, so dass es den Eindruck erweckte, dass eine weitere Person im Raum ist.

„Die Fotos stellen familientypische Momente dar, wie sie wahrscheinlich jede Familie schon erlebt hat“, erklärte die Künstlerin. Die Aufnahmen stammen dabei nicht aus dem Privatbesitz von Stefanie Pape, sondern sind ihr auf einigen Umwegen über Bekannte zugetragen wurden.

Der andere Raum erinnerte eher an das Privat-Zimmer einer einzelnen Person, aber auch hier war die Erfahrung von Erinnerungen präsent. Besucher konnten die Gegenstände aus dem Regal nehmen, in ihnen lesen oder die dort aufbewahrten Gegenstände herausnehmen.

Nachmittags begann die Performance von Beate Linne – fremd, verstörend und intensiv zugleich: Die Künstlerin aus Goslar stand völlig nackt in einem Raum, der komplett bedeckt war mit echtem menschlichen Haaren – dieses „Arbeitsmaterial“ hatte Fritz Paulick eigens bei Frisören eingesammelt.

Linne übergoss sich im weiteren Verlauf der Performance mit drei Karaffen Honig, riss einen Sack voll Asche auf, warf diese durch die Luft, sodass der Raum in kürzester Zeit voller Staub und ihr Körper mit dunklen Ascheresten bedeckt war. Auch die bislang weißen Wände wurden in die wilde Performance eingebunden: Linne warf sich gegen sie, so dass stilisierte Abdrücke ihres Körpers darauf zurück blieben.

Diese Kunst ist nichts für schwache Nerven, das durften auch die Zuschauer erleben, die ebenfalls mit in die Performance einbezogen wurden: So klebte Linne etwa tote Fliegen an die Stirn der in der ersten Reihe stehenden Besucher – wo eine Insektenleiche langsam zwischen den Brillengläsern eines Betrachters herunterrutschte. Zum Ende ihrer Performance ging sie, über und über beklebt mit den Resten von Asche, Haaren und Honig durchs Publikum ins Badezimmer – eine klebrige Spur hinterlassend. Sofort brandete Beifall auf und es wurde viel über das Erlebte diskutiert.

Veranstalter Fritz Paulick zeigte sich mit den 50 Besuchern zufrieden, denn „der Raum war voll, mehr hätten es wirklich nicht sein dürfen. Ich bin zufrieden und die Darstellung hat mir sehr gut gefallen.“

Die Rauminstallation und die „Reste“ der Performance sind die kommenden vier Wochen noch in der Produzentengalerie Giftgötze, Breite Straße 21, in Woltwiesche zu sehen.

jaw

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