Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
In Wendeburg sind die Bären los

Zucht bedrohter Schmetterlinge In Wendeburg sind die Bären los

Wendeburg. Die frostigen Temperaturen machen nicht nur Landwirten und Gärtnern zu schaffen, auch für Schmetterlinge wird es langsam Zeit, aus ihren Kokons zu schlüpfen. „Doch die Kälte verhindert dies“, erklärt Schmetterlings-Experte Horst-Günter Meier aus Wendeburg.

Voriger Artikel
Friesenhengst Aramis verneigt sich höflich vor den Gästen
Nächster Artikel
Tangomusik verbreitete warme Stimmung

Frisch geschlüpft trocknet der Wegerichbär seine Flügel.

Quelle: oh

Den 76-Jährigen trifft die lange Kälteperiode doppelt hart, denn für seine Schmetterlings-Zucht im Keller seines Hauses wird es immer schwieriger, Futter zu finden. Vorausschauend hat er an einem der wenigen warmen Tage dieses Jahres daher Löwenzahn ausgegraben und ihn in Töpfe gepflanzt, die nun statt der klassischen Frühblüher auf seiner Fensterbank stehen.

Der Löwenzahn ist für die Bären, genauer gesagt für die Bärenspinner, eine tagfliegende Nachtfalter-Art. Sie steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Meiers Ziel: Die gefährdeten Falter hier wieder heimisch zu machen.

„Ende Juni habe ich einen leblosen Wegerichbär auf einem Wanderweg im Harz gefunden“, erzählt er. Doch so leblos, wie der schwarz-weiß und orange gemusterte Schmetterling wirkte, war er nicht: „Er hat in der Transportbox 25 Eier gelegt“, berichtet der Wendeburger, der vermutet, dass das Weibchen beim Eierlegen gestört worden ist.

Meier legte die Eier in ein Terrarium und schon nach wenigen Tagen schlüpften die schwarz-braunen Raupen, die aufgrund ihrer starken Behaarung ihren Namen erhielten. Nur drei von ihnen schafften es, sich zu verpuppen. „Sie fressen Habichtskraut, Löwenzahn und Spitzwegerich - ich musste ausprobieren, was sie nehmen, allerdings mit mäßigem Erfolg“, so Meier.

Doch er hatte Glück, unter den drei Raupen waren ein Weibchen und zwei Männchen, die sich, kaum geschlüpft, auch schon paarten. Noch am selben Tag legte das Weibchen rund 300 Eier.

Anders als die Raupen, nehmen die Schmetterlinge des Bärenspinners keine Nahrung auf, erklärt der Experte. „Sie müssen mit dem auskommen, was sie als Raupe aufgenommen haben.“

Ende Februar schlüpfte die nächste Generation Raupen, die nun in Meiers Keller überwintert. „Aber sie sind mäkelig, wie kleine Kinder. Sie fressen widerwillig und wachsen kaum“, sagt er. Dabei können die Raupen bis zu 40 Millimeter lang werden. Während des Wachstums häuten sie sich mehrmals. Wenn die Zeit der Verpuppung kommt, spinnen sie einen Kokon.

Ob Meiers Experiment gelingt, bleibt abzuwarten. Auch mit dem Braunen Bär will er einen Versuch wagen - doch die Bedingungen sind denkbar schwer: „Wir haben kaum noch Wiesen, nur noch Graslandschaften und die Wegränder werden zu früh gemäht.“

web

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr

Bombendrohnung in der Peiner City
Veranstaltungen

Welche Veranstaltungen und Termine gibt es im Peiner Land? In unserer Datenbank finden Sie alle Infos. mehr

Sudoku

Das Zahlenrätsel Sudoku in verschiedenen Schwierigkeitsgraden

Kinoprogramm

Jeden Donnerstag neu: alle Filmstarts in Peine und Umgebung