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Halt rufen, wenn die Grenze überschritten ist

Lengede Halt rufen, wenn die Grenze überschritten ist

Die Mädchen im Stuhlkreis kichern, als Thomas Strohbecker eines von ihnen auffordert, ihm zwischen die Beine zu treten. Strohbecker ist Polizist, trägt einen gepolsterten Schutzanzug und bringt den 15 Mädchen der Klasse 7a die Grundlagen der Selbstverteidigung bei, während die zehn Jungs der 7a bei Jugendpfleger Axel Plagge eine Etage höher etwas über Selbstbehauptung lernen. An der Willi-Frohwein-Realschule in Lengede ist die Projektwoche Gewaltprävention angelaufen.

Lengede . In Gefahrensituation richtig zu reagieren, den Täter durch Selbstbewusstsein zu verunsichern – das will Plagge den Schuljungen einimpfen. Dazu lässt er sie eine ganze Reihe von Übungen absolvieren: Ein Junge geht auf ein anderen zu, der wiederum „Halt“ rufen soll, wenn er ihm zu nahe kommt. „Jeder hat eine andere persönliche Grenze. Es ist gut diese zu kennen“, doziert Plagge und stellt zwei Armlängen Abstand als „guten Abstand“ zu einem Fremden in den Raum.

„Ich bin schon einmal überfallen worden“, sagt Simon Lenke. Der 14-Jährige konnte sich dabei durch entschlossenes Auftreten erfolgreich zur Wehr setzen. Trotzdem habe er bei Plagges Training noch etwas lernen können. Dem zwölfjährigen Leonhard Wesche hat die Gleichgewichtsübung besonders gut gefallen. Dabei sollten die Jungs lernen, in brenzligen Situationen eine sichere Standhaltung einzunehmen, um nicht Gefahr zu laufen, von einem Angreifer leicht umgeschubst zu werden.

„Was wir hier in 90 Minuten machen ist natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Plagge. Aber es gehe schließlich auch darum, die Schüler in ihrem Verhalten untereinander zu sensibilisieren. Und sie auf mögliche Gefahrensituationen aufmerksam zu machen. Plagge: „Einigen Mädchen und Jungen ist nicht bewusst, dass sie sich in eine Gefahrensituation begeben, wenn sie abends alleine auf einer dunklen Straße unterwegs sind.“

Etwas gelernt haben auch die Mädchen bei der Selbstverteidigung: „Es ist gut zu wissen, wie man sich wehren kann“, sagt die zwölfjährige Christina Wölk. „Es war sehr spannend und ich weiß jetzt, wie ich die Ellenbogen einsetzen kann, wenn ich festgehalten werde“, sagt Lorina Mattick (12).

An der Projektwoche, die von der Lehrerin Renate Frommelt-Beyer organisiert wurde, haben die drei siebten Klassen der Realschule teilgenommen. Die Dozenten arbeiten zum größten Teil ehrenamtlich.

Michael Lieb

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